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	<title>Soziale Ungleichheit &#8211; DVPB</title>
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	<description>Deutsche Vereinigung für Politische Bildung</description>
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		<title>Klausur: Sozialstaat Deutschland – Was sind geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/klausur-sozialstaat-deutschland-was-sind-geeignete-massnahmen-zur-bekaempfung-sozialer-ungleichheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2017 17:41:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld VI]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema: Sozialstaat Deutschland – Was sind geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit? (SW GK Q1) Inhaltsfeld 6: Strukturen sozialer Ungleichheit, sozialer Wandel und soziale Sicherung  Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit Modelle und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit Sozialstaatliches Handeln Aufgabenart: Darstellen – Analysieren – Diskutieren Aufgaben: 1. Stelle den Begriff der sozialen Ungleichheit hinsichtlich der Dimensionen und  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Thema</strong>: Sozialstaat Deutschland – Was sind geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit? (SW GK Q1)</p>
<p><i><strong>Inhaltsfeld</strong> 6: Strukturen sozialer Ungleichheit, sozialer Wandel und soziale Sicherung </i></p>
<ul>
<li><i>Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit</i></li>
<li><i>Modelle und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit</i></li>
<li><i>Sozialstaatliches Handeln </i></li>
</ul>
<p><b>Aufgabenar</b>t: Darstellen – Analysieren – Diskutieren</p>
<p><b>Aufgaben:</b></p>
<p>1. Stelle den Begriff der sozialen Ungleichheit hinsichtlich der Dimensionen und Indikatoren dar. Verdeutliche eine Dimension an einem selbstgewählten Beispiel. <i>(24 Punkte)</i></p>
<p>2. Analysiere die Rede, indem du die Position und Argumentations-struktur von Daniela Kolbe zur sozialen Ungleichheit herausarbeitest. <i>(46 Punkte)</i></p>
<p>3. Erörtere ausgehend vom Text, ob die Einführung einer Vermögenssteuer/Erbschaftssteuer und der Mindestlohn geeignete Mittel zur Verringerung der sozialen Ungleichheit sind. <i>(30 Punkte)</i></p>
<p><b>Materialgrundlage:</b></p>
<p><b>Quelle:</b>  Rede von MdB Daniela Kolbe (SPD) anlässlich der Aktuellen Stunde zu aktuellen Armuts- und Reichtumsstudien am 1.2.2016 im Bundestag<b> (</b><a href="http://www.daniela-kolbe.de/berlin/reden/rede-zur-aktuellen-stunde-ungerechte-vermoegensverteilung-deutschland">http://www.daniela-kolbe.de/berlin/reden/rede-zur-aktuellen-stunde-ungerechte-vermoegensverteilung-deutschland</a> (14.5.2017))</p>
<p><b>Zur Verfasserin</b><i>: Daniela Kolbe ist als Leipziger SPD-Abgeordnete Mitglied des Bundestags und Mitglied im zuständigen Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales.</i></p>
<p><strong>Text (Rede):</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!</p>
<p>Wenn so unterschiedliche Organisationen wie die Weltbank, der Internationale Währungsfonds, aber auch der DGB, die OECD und sogar das Weltwirtschaftsforum das Gleiche sagen, dann ist das zunächst einmal irritierend. Es lässt einen stutzen und ins Grübeln kommen. Es zeigt aber auch, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Denn alle gemeinsam sagen, dass die wachsende globale Ungleichheit ein Riesenproblem für unsere Welt ist, das wir dringend angehen müssen. Das sage ich auch Ihnen, Herr Dr. Zimmer, weil Sie gerade von akzeptabler Ungleichheit gesprochen haben. Das, was wir weltweit sehen, ist vollkommen inakzeptabel.</p>
<p>Diese Ungleichheit ist in vielerlei Hinsicht ein Problem: zunächst einmal für die Betroffenen, für die Ärmsten in den Gesellschaften, die nach den Studien nicht nur relativ, sondern auch in absoluten Zahlen ärmer werden. In manchen Ländern geht es da ums nackte Überleben. Aber auch in Deutschland geht es für die Betroffenen um Lebenschancen, um Teilhabe. Es ist aber auch ein Problem für ganze Volkswirtschaften. Studien der OECD besagen glasklar: Einkommensungleichheit ist eine Wachstumsbremse – auch in Deutschland. Insofern widerspreche ich Ihnen da ganz klar, was das Akzeptieren angeht.</p>
<p>Ungleichheit ist aber auch an anderen Stellen negativ, nicht nur für die Ärmsten und für die Volkswirtschaft, sondern für alle Betroffenen der jeweiligen Gesellschaft. Das ist unterhaltsam, aber auch sehr erschreckend nachzulesen in dem Buch Gleichheit ist Glück; es ist schon etwas länger auf dem Markt und macht ganz deutlich: In Gesellschaften mit hoher Ungleichheit sind die Menschen unzufriedener, sie fühlen sich unsicherer, und auch das Bildungsniveau nimmt ab. Der Bildungserfolg der Kinder in diesen Gesellschaften nimmt ab.</p>
<p>Ich möchte mich hier gar nicht in einzelne Zahlen oder Studien verlieren. Fakt ist doch: Die Schere zwischen Arm und Reich klafft auch in Deutschland aus unserer Sicht zu weit auseinander, und sie schließt sich nicht so, wie wir uns das wünschen.</p>
<p>Für uns Sozialdemokraten ist es ein Ansporn, und wir sagen selbstbewusst: Wir haben auch schon jede Menge getan. Zur guten Arbeitsmarktsituation in Deutschland sagen wir selbstbewusst: Das haben Sozialdemokraten organisiert.</p>
<p>Wenn wir uns die Primärverteilung anschauen, also die Einkommensverteilung vor Steuern und Sozialabgaben, dann sagen wir Sozialdemokraten – das ist für uns ein ganz aktuelles, wichtiges Thema –: Wir haben den Mindestlohn umgesetzt und durchgekämpft, wir haben die Tarifbindung gestärkt und werden das weiter tun, und wir regulieren Leiharbeit und Werkverträge.</p>
<p>Auch für die sekundäre Verteilung – zum Beispiel im Sozialsystem – haben wir einiges getan. Wir sind die Situation von Alleinerziehenden endlich angegangen; denn die sind besonders von Armut bedroht. Wir haben das Thema Langzeitarbeitslosigkeit auf der Agenda. Andrea Nahles hat hier Programme aufgelegt, und wir werden weiter dafür streiten. (…)</p>
<p>Wir wollen auch mehr Steuergerechtigkeit. (…) es bleibt richtig, dass sehr reiche Menschen, dass sehr breite Schultern auch mehr tragen können und müssen. Das gilt insbesondere für Kapitalerträge und für sehr große Erbschaften. Ich rede hier von Villen und nicht von Omas kleinem Häuschen. Aber bei den 25 Prozent haben wir uns an dieser Stelle nicht durchsetzen können. Wer mehr Steuergerechtigkeit durchsetzen möchte, der muss das Kreuz auch an der richtigen Stelle machen.</p>
<p>Meine Beispiele zeigen auch: Steuern sind wichtig, aber der Staat kann eben auch an vielen anderen Stellen für die Verteilung vieles erreichen.</p>
<p>Und wir tun das auch. Zentral ist auch, wie man mit der Verteilungsfrage mental umgeht. Wir Sozialdemokraten sagen: Nicht kleinreden, nicht wegschauen. Wir schauen genau hin. Deswegen haben wir auch den Armuts- und Reichtumsbericht initiiert; dieser wird im Sommer zum fünften Mal vorgelegt werden mit Schwerpunkten wie beispielsweise atypische Beschäftigung, Kinderarmut und auch Reichtum, über den wir in Deutschland erschreckend wenig wissen. (…) Und ich freue mich auf die wichtigen Debatten zu diesem Bericht noch in diesem Jahr. Denn ich finde, es ist eine ganz zentrale Debatte – nicht, um sich unbedingt zu profilieren, sondern um das Thema anzugehen und zu mehr Verteilungsgerechtigkeit in unserem Land zu kommen.</p>
<p>Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klausur: Chancengleichheit statt Umverteilung</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/klausur-chancengleichheit-statt-umverteilung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2016 19:45:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld VI]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Chancengerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Ungleichheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Aufgabenart: Analyse – Darstellung – Diskussion Thema: Chancengleichheit statt Umverteilung, wie soll man die soziale Ungleichheit auflösen? Aufgabenstellung: Analysieren Sie den vorliegenden Text hinsichtlich der von Beise genutzte Argumentation zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit in Deutschland.                                           [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Aufgabenart:</b></p>
<p><b> </b>Analyse – Darstellung – Diskussion</p>
<p><b>Thema:</b></p>
<p><b> </b>Chancengleichheit statt Umverteilung, wie soll man die soziale Ungleichheit auflösen?</p>
<p><b>Aufgabenstellung:</b></p>
<ol>
<li><b>Analysieren</b> Sie den vorliegenden Text hinsichtlich der von Beise genutzte Argumentation zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit in Deutschland.                                                  <i>(50 Punkte)</i></li>
</ol>
<ol>
<li><b>Nenne</b> drei Grundvorstellungen von sozialer Gerechtigkeit und <b>stelle</b> eine dieser Grundvorstellungen strukturiert <b>dar</b> <i>(Grundidee, Probleme, Umsetzung in Deutschland)</i>         <i>(30 Punkte)</i></li>
</ol>
<ol>
<li><b>Nimm Stellung</b> zum Vorschlag Beises, das Bildungssystem finanziell besser auszustatten, um mehr (Start-)Chancengerechtigkeit herzustellen.<i> (Einleitung, diskursiver Hauptteil, eigene begründete Position!)                                                                                                                 </i><i>(20 Punkte)</i></li>
</ol>
<p><b>Textgrundlage:</b></p>
<p>Beise, Marc: Den Reichen nehmen hilft den Armen nicht. Aus: Süddeutsche Zeitung, 14.03.2016. (gekürzt)</p>
<p>Dr. Marc Beise ist Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutsche Zeitung und Verfasser verschiedener ökonomischer Sachbücher. Er selbst bezeichnet sich als „Neoliberalen“ und „Ordnungspolitiker“ in der ursprünglichen Bedeutung.</p>
<p><strong>Text</strong></p>
<p><b>Den Reichen nehmen hilft den Armen nicht</b></p>
<p>Wohlstand für alle, dies war einst das Ziel von Ludwig Erhard, Vater des Wirtschaftswunders, Minister und später CDU-Bundeskanzler; das Buch mit dem berühmten Titel erschien 1957. Knapp 60 Jahre später sei dagegen &#8220;Wohlstand für wenige&#8221; die Wirklichkeit in Deutschland, sagt Marcel Fratzscher, Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW und derzeit einflussreichster Ökonom im politischen Berlin. (…)</p>
<p>Dass Deutschland immer ungleicher wird, und dass dies übrigens die Schuld der Regierenden von Kohl über Schröder bis Merkel sei, ist eine verbreitete Sichtweise. Aber wächst die Ungleichheit überhaupt &#8211; in Deutschland, in Europa, in der Welt? Und wenn ja, kann man das ändern? Und soll man es überhaupt? Darüber diskutieren seit Jahren Ökonomen, Philosophen und andere kluge Menschen. Schon die Frage, ob Ungleichheit überhaupt ungerecht ist oder sich einer solchen Kategorisierung entzieht, ob sie ferner nicht vielleicht sogar hilft, mehr Fortschritt und Wachstum anzustoßen und am Ende für mehr Wohlstand zu sorgen &#8211; darüber kann man lange streiten. (…)</p>
<p>Am besten belegt ist, erstens, die These der wachsenden Ungleichheit beim Vermögen. Mehr als die Hälfte des Volksvermögens in Deutschland, das kann man wohl sagen, gehört den reichsten zehn Prozent, während 40 Prozent der Haushalte gar kein nennenswertes Vermögen haben. Schwieriger ist es schon beim zweiten, viel wichtigeren Thema, dem laufenden Einkommen. Wenn man hier, wie das häufig geschieht, die vergangenen 25 Jahre, also seit 1990, zugrunde legt, sieht man die viel zitierte sich immer weiter öffnende Schere. Wenn man allerdings nur die vergangenen zehn Jahre nimmt, stellt man fest, dass sich da seit 2005 nix mehr öffnet. Die Arbeitseinkommen steigen heute im Gleichklang mit den Kapitaleinkommen. Einzelne Supereinkommen sind spektakulär, fallen aber statistisch kaum ins Gewicht.</p>
<p>Die Entwicklung ist auch nicht Folge einer gnadenlosen Politik für Reiche, sondern erklärt sich durch die Globalisierung, die technische und wirtschaftliche Entwicklung und andere Faktoren &#8211; genau das macht es so schwer, den Trend zu wenden. Es hilft den vielen Armen nicht, den vergleichsweise wenigen Reichen stärker zu Leibe zu rücken. Ohnehin findet in Deutschland über das Steuer- und Sozialsystem bereits eine gewaltige Umverteilung statt (…).</p>
<p>Deswegen wäre es so wichtig, sich hier nicht zu verzetteln, sondern sich lieber dem dritten Bereich zuzuwenden: der Chancengleichheit, um die es in Deutschland tatsächlich deutlich schlechter bestellt ist als in vergleichbaren Industriestaaten. Und sie ist nun wirklich ungerecht: Aus der Schicht, in die man geboren wird, gibt es kaum ein Entkommen. (…)</p>
<p>Das hat viele Gründe, zum Beispiel ein zu wenig durchlässiges Schulsystem und eine unzureichende Förderung der frühkindlichen Prägung. Das alles ist seit Jahren bekannt, aber nicht wirklich bekämpft. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bildung sogar einmal zur Chefsache gemacht hat, bevor Euro- und jetzt Flüchtlingskrise dazwischenkamen.</p>
<p>Übrigens: Erst recht, wer die Zuwanderung zu einem Erfolg machen will, wer es &#8211; mit der Kanzlerin gesprochen &#8211; &#8220;schaffen&#8221; will, der muss hier investieren und zwar viel mehr, als bisher investiert wird. Man kann das sehr konkret machen, kann über den Kita-Ausbau reden, über mehr Lehrer und Erzieher, die deutlich besser bezahlt werden müssen, über bessere Schulen und Förderprogramme in ärmeren Stadtvierteln.</p>
<p>Hierfür zu kämpfen, ist zielführender als zähe Debatten über die Wiedererhebung der Vermögensteuer, die unendlich bürokratisch ist und geringe Erträge bringt, über höhere Erbschaftsteuern, die Familienbande gering schätzen, oder über die Anhebung des Spitzensteuersatzes, der wegen des Steuersystems doch wieder vor allem die Mittelschicht trifft.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dauerhafte Ungleichheiten in der deutschen Gesellschaft?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/dauerhafte-ungleichheiten-in-der-deutschen-gesellschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 22:28:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld VI]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[Milieu]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Ungleichheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema Dauerhafte Ungleichheiten in der deutschen Gesellschaft? Aufgaben 1. Analysieren Sie die Auffassung Allmendingerists und Wimbauers zur bundesdeutschen Sozialstruktur, indem Sie die vorgetragene Argumentationsstruktur zusammenfassen und die angeführten Befunde an Beispielen veranschaulichen. 2. Stellen Sie den Milieu-Ansatz als eine weitere Möglichkeit zur Beschreibung der Sozialstruktur kontrastierend dar. 3. Eine Ursache dauerhafter sozialer Disparitäten in Deutschland  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Thema</strong></p>
<p>Dauerhafte Ungleichheiten in der deutschen Gesellschaft?</p>
<p><strong>Aufgaben</strong></p>
<p>1. Analysieren Sie die Auffassung Allmendingerists und Wimbauers zur bundesdeutschen Sozialstruktur, indem Sie die vorgetragene Argumentationsstruktur zusammenfassen und die angeführten Befunde an Beispielen veranschaulichen.</p>
<p>2. Stellen Sie den Milieu-Ansatz als eine weitere Möglichkeit zur Beschreibung der Sozialstruktur kontrastierend dar.</p>
<p>3. Eine Ursache dauerhafter sozialer Disparitäten in Deutschland ist nach Allmendingerist/Wimbauer das Bildungssystem (Z. 93 ff.). Entwickeln Sie auf Basis von PISA und anderer (Bildungs-)Studien Maßnahmen zur Überwindung der soziostrukturellen Reproduktionswirkung des deutschen Bildungswesens.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Materialgrundlage</strong></p>
<p>Jutta Allmendingerist/Christine Wimbauer: Deutschland, eine Klassengesellschaft? In: Zeit Wissen          4/2006.<br />
Die Autorin Jutta Allmendingerist Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und Professorin für Soziologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München.<br />
Die Koautorin Christine Wimbauer ist promovierte Soziologin an der Universität Erlangen-Nürnberg und am IAB Nürnberg.</p>
<p><strong>Material</strong></p>
<p>Deutschland, eine Klassengesellschaft?<br />
Lebten wir in den USA oder in Großbritannien, wür­den wir selbstverständlich mit Ja antworten, »wir leben in einer Klassengesellschaft«. […] Working-class und upper class sind dort akzep­tierte Be­grif­fe. Anders in Deutschland: Den Be­griff »Ar­beiter­klas­se« hören wir nicht mehr, nur selten wird »Ka­pi­ta­lismus« in den Mund genom­men, dann aber nicht als Bezeich­nung einer Klas­sengesell­schaft. [&#8230;] Gibt es in Deutsch­land keine Klas­sen mehr?<br />
Früher waren die Klassenbegriffe eindeutig. In der feudalen Ständegesellschaft standen Leib­eigene den Adligen und dem Klerus gegenüber. Im Über­gang zur kapitalistischen Gesellschaft, also im Zuge der Industrialisierung, schärfte Karl Marx als Ur­heber der eigentlichen Klassentheorie die Spra­che: Dem­nach stehen sich zwei Groß­gruppen mit ein­ander aus­schließenden Interes­sen gegenüber, das Proletariat und die Bourgeoi­sie. [&#8230;]<br />
In den folgenden Jahrzehnten differenzierten sich die Begriffe. Max Weber, Mitbegründer der deutschen Soziologie zu Beginn des 20. Jahr­hunderts, definierte unterschiedliche soziale [&#8230;] Schich­ten, Helmut Schelsky entdeckte 1953 die »Mittel­stands­ge­sell­schaft«, und in den 1980er Jah­ren war vom Ende der Klas­sen­gesellschaft die Rede [&#8230;]. Später kamen die Postmodernisten und die Lebens­stil­for­scher auf [&#8230;].<br />
Eine bemerkenswerte Entwicklung. Denn zu­gleich bestreitet niemand, dass in Deutschland er­hebliche Ungleichheiten bestehen und dass diese sogar größer werden. Die Ungleichheit der Einkom­men und Vermögen nimmt zu, die Rei­chen werden reicher, die Armen mehr – die Ar­beitslosigkeit liegt seit Jahren über zehn Prozent, und der Anteil der Langzeitar­beitslosen wächst. […] Auch finanzielle Un­gleichheiten zwischen Fa­milien mit Kindern und Kin­derlosen sind bekannt, zwi­schen Männern und Frau­en, zwischen Perso­nen aus Einwanderer­haushalten und alteingeses­senen Deutschen. Ist das also der Be­fund: Un­gleichheiten ja – Klassen nein?<br />
So könnte man es sehen, doch alles hängt da­von ab, wie man Begriffe wie »Klasse« und »Schicht« defi­niert. Über derartige Definitionen nach­zudenken ist keine akademische Spielerei, denn dabei klärt sich, was wir für bedeutend hal­ten und was nicht.<br />
Von einer Klasse oder Schicht können wir re­den, wenn drei Kriterien erfüllt sind: Die soziale Lage ist kein Einzelschicksal, sie wird also mit an­deren geteilt; sie ist dauerhaft; und sie wird an die Kinder weiterge­geben. [&#8230;] Klassen unter­scheiden sich nach ihren In­teressen, die sich aus ih­rer Stellung in der Gesell­schaft ergeben. Aus den Klasseninteressen kann Klassenbewusstsein er­wach­sen, und das ist eine Größe, die schon mehr­mals Ge­schichte gemacht hat. [&#8230;] [W]er von Schich­ten spricht, sieht diese Men­schengruppen eher als Teil ei­nes gesellschaftli­chen Ganzen; eine »Unterschichtsbe­wegung« gibt es nicht.<br />
Messen wir die Kriterien anhand der deut­schen Wirklichkeit:<br />
Es besteht ein enger Zusammenhang zwi­schen sozialer Herkunft und Bildungschancen, der auch von den Pisa-Studien eindrucksvoll be­legt wird. […] Die soziale Auslese funktioniert als »Bil­dungstrichter«.<br />
Etwa zehn Prozent eines Jahrganges kön­nen als »bildungsarm« bezeichnet werden [&#8230;]. Fast ein Viertel der Altersgruppe gilt als Risikogruppe [&#8230;]. Stammen die Jugendlichen aus Einwande­rerfamilien, so liegen die Anteile wesentlich hö­her. Ge­rade hier, im unteren Bildungsbereich, wird Bildung so­zial vererbt: Bereits die Eltern hat­ten wenig Bil­dung, den eigenen Söhnen und Töchtern wird es ähnlich er­gehen. Die soziale Lage ist dauerhaft.<br />
Bildung ist nicht nur eine Chance zur Selbst­entdeckung und Selbstentfaltung, sondern Bil­dung ist auch wesentlich für die Integration in die Ar­beitswelt, die ihrerseits das Einkommen be­stimmt. Und umge­kehrt gilt: Arbeitslosigkeit kon­zentriert sich auf be­stimmte Bildungsgruppen. [&#8230;]<br />
Das also ist unser Befund: Nach wie vor ist es schwer, aus bildungsfernen Elternhäusern zu ho­hen Qualifikationen zu finden. Und je mehr Bil­dungsarmut und Arbeitslosigkeit einhergehen, de­sto schwieri­ger wird es für die Kinder, sich zu quali­fi­zieren und in eine eigene Arbeitswelt hin­einzufinden. Unsere Ge­sellschaft hat diese Form struktu­rier­ter Ungleichheit nicht hinter sich gelas­sen. Im Ge­gen­teil, sie nimmt zu – und sie scheint sich zu ver­festigen.<br />
Wer hat, dem wird gegeben: Das Matthäus-Prin­zip gilt noch heute. Das belegt die niedrige Durchläs­sigkeit des deutschen Schulsystems. Über­gänge von der Hauptschule in die Realschu­le oder gar auf das Gymnasium sind selten. Auch die Mög­lichkeit zur be­ruflichen Weiterbildung hängt vom Ausgangsniveau ab. Wie eine Studie des Insti­tuts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, nimmt jeder zehnte Be­schäftigte mit niedriger Qua­lifikation an einer betrieb­lichen Weiterbildung teil, unter den Hochqualifizierten ist es jeder zweite. Hö­her gebildete Personen sind län­ger erwerbstätig, sie beziehen höhere gesetzliche Ren­ten und kön­nen diese mit einer Zusatzversicherung aufstocken. Ihre Gesundheit ist besser, ihre Lebenser­wartung höher.<br />
Kann die verfestigte Ungleichheit in Deutsch­land über die individuelle Betroffenheit hinaus eine kollek­tiv wahrgenommene Unterprivilegie­rung er­zeugen – und damit einen Ausgangspunkt für so etwas wie Klassenbewusstsein? [&#8230;]<br />
Das kann schon sein. Nehmen wir nur die Ent­wicklung der Arbeitslosigkeit. Das Risiko, ar­beitslos zu werden, erfasst wachsende Teile der deutschen Ge­sellschaft. Aber es ist nicht in ers­ter Linie dieses Risi­ko, das soziale Gruppen formt oder trennt, son­dern es sind die ungleich verteilten Risiken, arbeits­los zu bleiben. Gut [Q]ualifizierte [&#8230;]  finden schnell den Weg zurück in die Erwerbsar­beit. In wachsen­dem Umfang kann Arbeitslosigkeit sogar ganz ver­mieden werden, was die steigende Zahl der Job-to-Job-Vermittlungen zeigt. Der Erfolg ist auch fi­nanziell sichtbar: Die Bundesagentur für Arbeit gibt für Arbeitslosengeld I immer weniger aus. Doch auf der anderen Seite verfestigt sich die Langzeitar­beitslosigkeit: eine wachsende Zahl von Menschen findet aus ihrer Arbeitslosigkeit nicht mehr heraus. [&#8230;]<br />
Leben wir also in einer »Klassengesellschaft«? Nein und ja. Nein, wenn man Klassen im Marx­schen Sinne fasst, denn es existieren nicht nur zwei bestim­mende Großklas­sen – Kapitalisten und Ar­beiter. Ja in­des, wenn man die drei [genannten] Kriterien [&#8230;] anlegt. Die Soli­darisierung der von dauerhaf­ter Ausgrenzung Betrof­fenen oder Bedrohten wird allerdings von der vor­herrschenden gesellschaftli­chen Denkwei­se erschwert: Die Position des Ein­zelnen er­scheint ihm als individu­elles Schicksal oder Ver­sagen. Es ist derzeit unwahr­scheinlich, dass sich aus der gemeinsamen Lage der sozial Benachtei­ligten ein Bewusstsein entwickelt, das zur politi­schen Aktion drängt. [&#8230;]</p>
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