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	<title>Klausur &#8211; DVPB</title>
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	<description>Deutsche Vereinigung für Politische Bildung</description>
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	<item>
		<title>Klausur: Säkulare Stagnation – ein langsames Ende des Wachstums?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/klausur-saekulare-stagnation-ein-langsames-ende-des-wachstums/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2017 17:12:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld IV]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[Klausur]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema: Säkulare Stagnation – ein langsames Ende des Wachstums? Inhaltlicher Bezug: Inhaltsfeld 4: Wirtschaftspolitik, SW GK Inhaltliche Schwerpunkte:  Legitimation staatlichen Handelns im Bereich der Wirtschaftspolitik Zielgrößen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland Konjunktur- und Wachstumsschwankungen Wirtschaftspolitische Konzeptionen Bereiche und Instrumente der Wirtschaftspolitik  Aufgabenart: Darstellen – Analysieren – Erörtern Aufgaben: Skizziere den idealtypischen Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung in einer  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Thema</strong>: Säkulare Stagnation – ein langsames Ende des Wachstums?</p>
<p><b>Inhaltlicher Bezug: </b><i>Inhaltsfeld 4: Wirtschaftspolitik, <span style="text-decoration:underline;">SW GK</span></i></p>
<p><i>Inhaltliche Schwerpunkte: </i></p>
<ul>
<li>Legitimation staatlichen Handelns im Bereich der Wirtschaftspolitik</li>
<li>Zielgrößen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland</li>
<li>Konjunktur- und Wachstumsschwankungen</li>
<li>Wirtschaftspolitische Konzeptionen</li>
<li>Bereiche und Instrumente der Wirtschaftspolitik <i> </i></li>
</ul>
<p><b>Aufgabenart: </b>Darstellen – Analysieren – Erörtern</p>
<p><b>Aufgaben:</b></p>
<ol>
<li><b>Skizziere</b> den idealtypischen Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung in einer modernen Volkswirtschaft. <b>Erläutere</b> dabei an der Phase der Rezession die Entwicklung von BIP, gesamtwirtschaftlicher Nachfrage, Produktionsauslastung und Beschäftigung. (24 Punkte)</li>
</ol>
<ol start="2">
<li><b>Analysiere</b> den Text, indem du die Position und Argumentation des Autors bezüglich des Phänomens der <i>säkularen Stagnation</i>, seinen Ursachen und seiner Lösungsmöglichkeiten herausarbeitest (M1). Werte die Grafiken M2 und M3 hinsichtlich der Aussagen des Textes aus. (46 Punkte)</li>
<li><b>Erörtere</b> ausgehend von dem Zitat „ohne den Staat geht es nicht“ (Z.44) die Chancen und Gefahren staatlichen Eingreifens in die Wirtschaftspolitik. (30 Punkte)</li>
</ol>
<p><b>Materialgrundlage:</b></p>
<ul>
<li><i>M1: Wermuth, Dieter: Warum die Produktivität stagniert – und was dagegen getan werden kann, auf Blog Herdentrieb, zeit.de, abrufbar unter </i><a href="http://blog.zeit.de/herdentrieb/2017/01/23/warum-die-produktivitaet-stagniert-und-was-dagegen-getan-werden-kann_10136"><i>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2017/01/23/warum-die-produktivitaet-stagniert-und-was-dagegen-getan-werden-kann_10136</i></a><i>, erschien am 23.1.2017 (abgerufen am 01.03.2017).</i></li>
</ul>
<p><i>Zum Autor: Dieter Wermut war tätig als Mitarbeiter des Sachverständigenrates für wirtschaftliche Entwicklung, tätig bei mehreren internationalen Banken und jetzt Partner einer Beratungsfirma für Finanzdienstleister. Als Autor für Die Welt und dem Blog Herdentrieb tätig</i></p>
<ul>
<li><i>M2: Grafik Produktivitätswachstum, aus Baldi, Guido: DIW-Roundup (11/2015): Produktivitätswachstum, Investitionen und säkuläre Stagnation. Abrufbar unter:   1https://www.diw.de/de/diw_01.c.519231.de/presse/diw_roundup/produktivitaetswachstum_investitionen_und_saekulare_stagnation.html</i></li>
</ul>
<p><i>Zum Autor: Dr. Gguido Baldi, Tätig in der Abteilung Konjunkturpolitik des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW), eines der sechs führenden Forschungsinstitute für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.</i></p>
<ul>
<li><i>M3: Grafik Wirtschaftswachstum in Deutschland gegenüber dem Vorjahr in %, von Börse.de, abrufbar unter </i><a href="http://www.boerse.de/konjunktur/Wirtschaftswachstum-Deutschland/grafik">http://www.boerse.de/konjunktur/Wirtschaftswachstum-Deutschland/grafik</a></li>
</ul>
<p><b>Zugelassene Hilfsmittel:</b></p>
<ul>
<li>Wörterbuch zur deutschen Sprache</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Text</strong></p>
<p>M1 Warum die Produktivität stagniert – und was dagegen getan werden kann.</p>
<p>Aus deutscher Sicht läuft es wirtschaftlich ziemlich gut […]. Es gab 2016 so viele Jobs wie noch nie, 43,5 Millionen und damit ein Prozent mehr als im Vorjahr, es herrscht nicht nur nahezu Vollbeschäftigung, sondern auch Preisstabilität, der Staat erwirtschaftet seit Jahren Budgetüberschüsse, kaum ein anderes Land ist international so wettbewerbsfähig, und die <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_010_811.html">Zuwachsrate des realen BIP von 1,9 Prozent</a>, wie sie im abgelaufenen Jahr erreicht worden ist, kann sich sehen lassen.</p>
<p>Aber in einer Hinsicht läuft es gar nicht gut: Die Produktivität wächst seit fast zehn Jahren nur noch sehr langsamen. Der Sachverständigenrat für Wirtschaft schreibt in <a href="https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2016-2017.html">seinem letzten Jahresgutachten</a> (S. 126f.), dass „die Potenzialwachstumsrate der Arbeitsproduktivität seit Beginn der 1990er-Jahre von über 2% auf 0,8% im Jahr 2009 gefallen [ist] und […] seitdem auf diesem Niveau [verharrt].“ Bei zwei Prozent im Jahr verdoppelt sich der Output pro Arbeitsstunde alle 35 Jahre, wenn es bei einer Zuwachsrate von 0,8 Prozent bleibt, dauert es 87 Jahre, also ein ganzes Menschenleben lang. Das war in der Vergangenheit viel besser. Sollte der Input an Stunden also um 0,8 Prozent jährlich zurückgehen, kann das reale BIP nicht mehr steigen. Manche halten das angesichts des demografischen Wandels für gar nicht so unwahrscheinlich. Wenn dann gleichzeitig Einkommen und Vermögen weiterhin immer ungleichmäßiger verteilt werden, ergibt sich eine politisch explosive Mixtur.</p>
<p>[…] Es wird mehr gearbeitet, gemessen an der Anzahl neuer Jobs und dem gesamtwirtschaftlichen Anstieg der Arbeitsstunden, aber pro Stunde nimmt der Output fast nicht mehr zu. Es fehlt an Effizienzgewinnen bei der Produktion der Güter und Dienstleistungen. Der größte Teil des BIP-Wachstum stammte zuletzt aus der Zunahme der Beschäftigung, nicht aus dem effizienteren Einsatz der Mittel.</p>
<p>[…] Zur Zeit (wird) wieder einmal lebhaft über die „<i>säkulare Stagnation</i>“ diskutiert, was bedeutet, dass viele Ökonomen den Rückgang des Produktivitätswachstums eben nicht für etwas Vorübergehendes halten. Wie kommen sie darauf und welche Therapie schlagen sie vor?  […]</p>
<p>DeLong präsentiert eine Liste mit (…) verschiedenen Erklärungsversuchen:</p>
<ol>
<li>Durch die ungleiche Einkommensverteilung wird zu viel gespart – die Reichen konsumieren nicht genug (These von Hobson).</li>
<li>Da technischer Fortschritt und Bevölkerungswachstum stagnieren, sinkt die Ertragsrate der Investitionen, so dass zu wenig investiert wird (Hansen).</li>
<li>Die schwache Nachfrage nach Kapitalgütern zusammen mit <a href="http://blog.zeit.de/herdentrieb/2015/07/06/warum-die-zinsen-so-niedrig-sind_8595">deren raschem Preisverfall</a> haben die Gewinnaussichten von Firmen dieses Sektors stark verschlechtert. […]</li>
</ol>
<p>Was die Therapie angeht, herrscht unter den Ökonomen, die sich mit dem Thema „<i>säkulare Stagnation</i>“ befassen, Einigkeit, dass es der private Sektor allein nicht schaffen kann und der Staat daher aktiv werden muss. Summers sieht hier zwei Ansatzpunkte: Zum Einen sollte die Verteilung von Vermögen und Einkommen durch ein progressives Steuersystem und gezielte Transfers nachhaltig korrigiert werden. Zum Anderen braucht es eine expansivere Finanzpolitik mit einem Focus auf Investitionen in Human- und Sachkapital, verbunden mit Anreizen für private Investitionen.</p>
<p>Das trifft sich gut mit dem Paradigmenwechsel, der in der Ökonomie begonnen hat, dass es den Märkten (einschließlich der Weltmärkte) und der Geldpolitik allein nicht gelingt, Wachstum und Wohlstand zu schaffen. Ohne den Staat geht es nicht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gutes Geld von der EZB?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/gutes-geld-von-der-ezb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 16:49:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld IV]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Klausur]]></category>
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					<description><![CDATA[Aufgabenart: Analyse – Darstellung – Erörtern Thema: Die Europäische Zentralbank als Lieferant für „gutes Geld“? Aufgabenstellung: Analysiere den vorliegenden Text hinsichtlich der von den Autoren geäußerten Reformvorschläge. Stelle die wichtigsten geldpolitischen Instrumente der Europäische Zentralbank (EZB) ausführlich dar. Setze dich kritisch mit den Vorschlägen der Autoren auseinander, indem du die Maßnahmen und mögliche Folgen erörterst.  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aufgabenart:</strong></p>
<p><strong> </strong>Analyse – Darstellung – Erörtern</p>
<p><strong>Thema:</strong></p>
<p><strong> </strong>Die Europäische Zentralbank als Lieferant für „gutes Geld“?</p>
<p><strong>Aufgabenstellung:</strong></p>
<p>Analysiere den vorliegenden Text hinsichtlich der von den Autoren geäußerten Reformvorschläge.<em> </em></p>
<p>Stelle die wichtigsten geldpolitischen Instrumente der Europäische Zentralbank (EZB) ausführlich dar.</p>
<p>Setze dich kritisch mit den Vorschlägen der Autoren auseinander, indem du die Maßnahmen und mögliche Folgen erörterst.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Textgrundlage:</strong></p>
<p>Thorsten Polleit, Michael von Prollius, Frank Schäffler und Norbert F. Tofall: <em>Überwindung der Krise durch gutes Geld. </em>In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 05.06.2009 (gekürzt)</p>
<p>Die Aut<em>oren: </em><strong><em>Thorsten Polleit</em></strong><em> ist Chefvolkswirt von Barclays Capital Deutschland sowie Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance und Mitglied der Hayek-Gesellschaft.</em></p>
<p><strong><em>Michael von Prollius</em></strong><em> ist wirtschaftspolitischer Referent in Berlin, Publizist, Gründer des Forums Ordnungspolitik und Mitglied der Hayek-Gesellschaft. </em></p>
<p><strong><em>Frank Schäffler</em></strong><em> sitzt für die FDP im Deutschen Bundestag und ist Mitglied im Finanzausschuss. </em></p>
<p><strong><em>Norbert F. Tofal</em></strong><em>l ist Lehrbeauftragter im Master-Studiengang &#8220;Internationales Management&#8221; der Viadrina Frankfurt (Oder) und der EHU International (Vilnius), außerdem Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Schäffler und Mitglied der Hayek-Gesellschaft. </em></p>
<p><em>Die Autoren eint der Wunsch, wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheit zu fördern. Sie finden sich in unregelmäßiger Folge mit weiteren Mitstreitern zum Gedankenaustausch zusammen, zu einem liberalen Privatseminar in der Tradition von Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek. Dieser Beitrag ist das Ergebnis des Treffens im Januar.</em></p>
<div></div>
<div><span style="font-family:'Helvetica Neue', 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif;font-size:x-small;"><strong>Text:</strong></span></div>
<div><span style="font-family:'Helvetica Neue', 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif;font-size:x-small;"><em><strong><span style="font-style:normal;">Überwindung der Krise durch gutes Geld</span></strong></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Das 14. Jahrhundert war von Finanzkrisen geprägt und ist als das Zeitalter der Falschmünzerkönige bekanntgeworden. Europäische Herrscher und Könige erhöhten zum Zwecke der Ausweitung ihrer Haushalte die Anzahl der Geldmünzen, indem sie den Edelmetallgehalt pro Münze senkten, ohne dieses auf der Prägung anzuzeigen. Die Geldmenge wurde so ausgeweitet. Schlechteres Geld war die Folge. Gleichzeitig missbrauchten die Herrscher und Könige ihr Geldprägemonopol, ihre Autorität und ihre Macht, um sicherzustellen, dass dieses schlechte Geld als Zahlungsmittel akzeptiert werden musste.</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Da Geld jedoch ein Mittel ist, um Güter und Dienstleistungen leichter austauschen zu können, verursacht eine Verschlechterung des Geldes eine Verschlechterung des Austauschs von Gütern und Dienstleistungen. Falschmünzerei senkt den gesellschaftlichen Wohlstand. (&#8230;) Das heißt, Falschmünzerei zerstört das Preissystem einer Volkswirtschaft, an dem sich die Wirtschaftssubjekte orientieren. Denn Preise werden in Geldeinheiten notiert. Das geschwundene Vertrauen in das Tauschmittel Geld und die Zerstörung des gesellschaftlichen Preissystems durch schlechtes Geld führen zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Kooperation, zu einem Rückgang der individuellen Tauschhandlungen, so dass der gesamtgesellschaftliche Wohlstand sinkt. Überwinden lässt sich diese Vertrauenskrise nur durch gutes Geld.</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Auch die erste Finanzkrise des 21. Jahrhunderts ist durch schlechtes Geld verursacht worden. Die Methoden der heutigen Falschmünzerei sind jedoch um ein Vielfaches ausgefeilter als im 14. Jahrhundert. Die europäischen Herrscher mussten sich damals mit der Änderung des Edelmetallgehalts ihrer Münzen begnügen, so dass die Geldmenge zumindest gewissen Beschränkungen unterlag. Im heutigen System des staatlichen Papiergeldmonopols kann die Zentralbank das Geld- und Kreditangebot beliebig ausweiten. (&#8230;)</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Zudem führt das vom Staat an die Geschäftsbanken verliehene Teilreserveprivileg dazu, dass auch Geschäftsbanken Falschmünzerei in Form von Geld- und Kreditschöpfung betreiben dürfen und zum Zwecke der vom Staat gewollten Förderung von Konjunktur und Wachstum auch betreiben sollen. (&#8230;)</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Investitionen, die durch Kredite finanziert werden, die nicht aus Erspartem bestehen, sondern aus Geldschöpfung, also aus schlechtem Geld, blähen die Wirtschaft künstlich auf, was auch als &#8220;Bubble Economy&#8221; (Blasen-Wirtschaft) bezeichnet wird. Angeheizt wird diese Entwicklung durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. Ein Zinssatz, der Sparen und Investieren zur Übereinstimmung bringt, den Geldwert stabil hält und die Volkswirtschaft auf einem Gleichgewichtspfad hält, ist der natürliche Zins. Steigt der Geldzins über den natürlichen Zins, übersteigt das Sparen die Investitionen, und die Wirtschaftsaktivität geht auf breiter Front bei einem sinkenden Preisniveau zurück. Liegt der Geldzins, also der Zins für Kredite, unter dem natürlichen Zins, dann übersteigt die Investitionstätigkeit die Spartätigkeit, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steigt über die Produktionskapazität, und die Volkswirtschaft wird von ihrem Gleichgewichtspfad gedrückt.</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Zu niedrige relative Preise für Kredite führen deshalb zu einem falschen Produktionsaufbau, zu Investitionsblasen. Denn die künstlich niedrigen Zinsen führen dazu, dass auch Investitionen rentabel erscheinen, die sich unter dem natürlichen Zins nicht rentieren. Durch künstlich niedrige Zinsen wird den Entscheidungsträgern in den Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen das Vorhandensein von Ressourcen vorgespiegelt, die in Wahrheit gar nicht existieren; denn das aus dem Nichts geschöpfte Geld ist ja nicht durch reale Ersparnisse gedeckt. Kurzfristig können durch diese Zinspolitik der Zentralbanken zwar durchaus befristet Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten werden. Mittel- und langfristig wird sich jedoch herausstellen, dass die scheinbar rentablen Investitionen aufgrund der real nicht ausreichend vorhandenen Ressourcen unrentabel sind. (&#8230;)</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Wenn man bedenkt, dass die heutige Finanz- und Wirtschaftskrise ebenfalls durch eine derartige Kreditexpansionspolitik (..) entstanden ist, dann wundert man sich, dass die (&#8230;) G-20-Staaten zur Überwindung der derzeitigen Krise abermals eine derartige Kreditexpansionspolitik betreiben, die über künstlich niedrige Zinsen angefeuert wird. Man will eine Krise, die durch schlechtes Geld erzeugt worden ist, durch noch schlechteres Geld überwinden, obwohl man die Folgen des schlechten Geldes zurzeit überall beobachten kann. Die Auftragseinbrüche und der Rückgang der Investitionen sind die Folge der Zerstörung des weltweiten Preissystems durch schlechtes Geld.</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel ist deshalb in einem, entscheidenden, Punkt zuzustimmen: Wir haben es mit einer Vertrauenskrise zu tun. Das geschwundene Vertrauen in das Tauschmittel Geld und die Zerstörung des globalen Preissystems durch schlechtes Geld führen zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Kooperation, zu einem Rückgang der individuellen Tauschhandlungen, so dass weltweit der gesellschaftliche Wohlstand sinkt. Und es verwundert nicht, dass gerade im Interbankenhandel das größte Misstrauen herrscht. Die Geschäftsbanken wissen, dass man dem durch Geld- und Kreditschöpfung erzeugten schlechten Geld nicht trauen kann und dass das, was die Kollegen anbieten, genauso heiße Luft ist wie die eigenen Kredite. Überwinden lässt sich diese Vertrauenskrise deshalb nur durch gutes Geld.</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">(&#8230;) Eine derartige Geldordnung ist jedoch nur realisierbar, wenn sowohl den Zentralbanken als auch den Geschäftsbanken die Möglichkeit genommen wird, Geld- und Kreditschöpfung zu betreiben und dadurch gutes Geld zu verschlechtern. In früheren Zeiten wurde das weitgehend durch den Goldstandard gewährleistet. (&#8230;)</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">Das Reformkonzept für gutes Geld lautet &#8220;Free Banking&#8221;, die Privatisierung des Geldes. Angestrebt wird die Umwandlung von ankerlosem, ungedecktem Papiergeld, das durch das staatliche Geldmonopol mittels Zwang verbreitet wird und das durch Geld- und Kreditschöpfung ständig manipuliert werden kann, in freies Marktgeld. Freies Marktgeld oder konkurrierende Privatwährungen, wie Hayek dieses Geld nennt, wird von den Wirtschaftssubjekten nur dann nachgefragt, wenn es gutes Geld ist. Niemand hält freiwillig schlechtes Geld, wenn er auf dem Markt gutes Geld bekommen kann. Das Ziel dieses Reformkonzepts ist es deshalb, die vorhandenen monetären und finanziellen Institutionen durch Wettbewerb zur Produktion von gutem Geld zu veranlassen sowie den Zentralbanken und den Geschäftsbanken die Möglichkeit zur Geld- und Kreditschöpfung zu nehmen. (&#8230;)</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">In einem Free-Banking-System könnten die Geschäftsbanken wie bisher Einlagen annehmen und Kredite vergeben. Allerdings würden sie die Geldmenge durch ihre Kreditgewährung nicht mehr verändern können (&#8230;). Ihre Kreditgewährung wäre fortan ein Transfer von vorhandenem Geld vom Sparer zum Kreditnehmer. Den Geschäftsbanken wäre die Möglichkeit zur Geld- und Kreditschöpfung genommen. Aber auch die Zentralbanken würden die Hoheit über die Geldmenge verlieren und vermutlich durch privatwirtschaftlich organisierte Einlagensicherungsfonds ersetzt. Der Zins würde zu einem freien Marktphänomen und würde folglich nicht mehr der beliebigen Manipulation der Zentralbanken unterliegen. Das &#8220;Free Banking&#8221; macht das Geld wieder zu einem Phänomen, das im Einklang mit der freien Marktordnung steht: Geld wird &#8211; wie jedes andere Gut auch &#8211; wieder zum Eigentum der Geldhalter.</span></p>
<p><span style="font-style:normal;"> </span><span style="font-style:normal;">(&#8230;) &#8220;Free Banking&#8221; verspräche nicht nur besseres Geld als das staatliche und auf Zwang beruhende Papiergeld, sondern es sorgte auch dafür, dass Konjunkturverläufe weniger schwankungsanfällig sind, weil freies Marktgeld Fehlinvestitionen und damit Wirtschaftskrisen entgegenwirkt. Auch der Spielraum für wachstumsschädliche Marktinterventionen, die regelmäßig aus Wirtschafts- und Finanzkrisen erwachsen, würde zurückgedrängt. (&#8230;) So gesehen ist freies Marktgeld die beste Versicherung gegen die Unbeherrschbarkeit und Willfährigkeit des staatlichen Papiergeldmonopols. Auf dem freien Markt wird sich gutes Geld durchsetzen. Niemand hält freiwillig schlechtes Geld. Nur durch gutes Geld kann diese Krise überwunden werden.</span></p>
<div><span style="font-family:'Helvetica Neue', 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif;font-size:small;"><br />
</span></div>
<p></em></span></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ökonomische Modelle in der Praxis &#8211; Fluch oder Segen?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/okonomische-modelle-in-der-praxis-fluch-oder-segen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 14:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld IV]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[Klausur]]></category>
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					<description><![CDATA[Aufgabenart Analyse – Darstellung – Diskussion Thema Ökonomische Modelle in der Praxis – Fluch oder Segen für die Wirtschaftspolitik? Aufgaben I. Analysieren Sie den vorliegenden Text hinsichtlich der von Ritschl vertretenen Ansicht zu den wissenschaftlichen und politischen Reaktionen in der Weltfinanz-/wirtschaftskrise 2007-09. II. Die Maßnahmen, mit denen versucht wurde, der Wirtschaftskrise entgegen zu treten, sind unterschiedlicher Provenienz  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aufgabenart</strong></p>
<p>Analyse – Darstellung – Diskussion</p>
<p><strong>Thema</strong></p>
<p>Ökonomische Modelle in der Praxis – Fluch oder Segen für die Wirtschaftspolitik?</p>
<p><strong>Aufgaben</strong></p>
<p><strong>I.</strong> Analysieren Sie den vorliegenden Text hinsichtlich der von Ritschl vertretenen Ansicht zu den wissenschaftlichen und politischen Reaktionen in der Weltfinanz-/wirtschaftskrise 2007-09.</p>
<p><strong>II. </strong>Die Maßnahmen, mit denen versucht wurde, der Wirtschaftskrise entgegen zu treten, sind unterschiedlicher Provenienz (vgl. Z. 6). Stellen Sie die theoriegeleiteten Grundzüge der monetaristischen wirtschaftspolitischen Schule ausführlich und strukturiert dar.</p>
<p><strong>III. </strong>Die anfängliche Finanzmarktkrise hat sich als Krise im „realen Sektor“ ausgeweitet. Gemessen an den deutlich negativen Wachstumsraten in den vergangenen Perioden hat sich die Arbeitslosenquote in Deutschland als relativ konstant erwiesen. Diskutieren Sie vor diesem Hintergrund am Beispiel von Möglichkeiten zur Stabilisierung des deutschen Arbeitsmarktes den Nutzen ökonomischer Erklärungsmodelle (s. Thema).</p>
<p><strong>Materialgrundlage</strong></p>
<p>Albrecht Ritschl: D<em>ie teure Fehldiagnose 1929</em>. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.10.2009 (gekürzt). Der Autor ist Wirtschaftshistoriker und lehrt an der London School of Economics.</p>
<p><strong>Textgrundlage</strong></p>
<p><strong>Die teure Fehldiagnose 1929</strong></p>
<p style="text-align:justify;">[&#8230;] Nie sollten sich die Politikfehler der Weltwirtschaftskrise wiederholen. Vom Grundkurs bis zum Doktorandenseminar wurde überall auf der Welt eingeübt, was in einer schweren Krise zu tun sei. Geldpolitik dürfe sich nicht mehr passiv an die Krise anpassen, sondern müsse aktiv gegenlenken. Fiskalpolitik müsse der Krise mit aggressivem &#8220;Deficit Spending&#8221; beikommen, zur Not unterstützt durch [&#8230;] die Notenbank.</p>
<p style="text-align:justify;">Heftig gestritten wurde darüber, ob das keynesianische oder das monetaristische Mittel vorzuziehen sei. Klar aber war immer, dass im Ernstfall beide Mittel zum Einsatz gelangen würden. Dieser Ernstfall ist zur Jahreswende 2007/2008 ausgerufen worden. [&#8230;] In allen Staaten sind die Löschzüge im Einsatz [&#8230;]. Vergessen ist Friedmans Kritik am keynesianischen Ausgabenmultiplikator, über Bord geworfen sind die Einsichten zur Sinnlosigkeit von Geldmengensteuerung, umgerannt das Keynes&#8217;sche Warnschild am Eingang zur Liquiditätsfalle. Im Notfall greifen die Reflexe aus dem Grundkurs, jeder Handgriff sitzt im Schlaf, die Operation ist perfekt angelaufen, nachgedacht wird später.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber irgendetwas stimmt nicht. Der Operationsverlauf entspricht nicht dem Drehbuch. Die Konjunkturprogramme greifen nicht richtig. Die künstlich hineingepumpte Liquidität erreicht die Waren- und Kreditmärkte nicht. Einzig die vielgeschmähte Abwrackprämie scheint kurzfristig etwas bewirkt zu haben – aber sie verschiebt das Problem in die Zukunft. Ihre Dynamik entfaltet die Krise [jedoch] in den Bereichen, die im Lehrbuch gar nicht vorkommen [&#8230;]. Das makroökonomische Lehrbuchwissen meiner Generation entstammt der Auseinandersetzung mit der Weltwirtschaftskrise, dem bis heute nicht vollständig verstandenen dramatischen Rückgang des Sozialprodukts zwischen 1929 und 1932. Namentlich in den Vereinigten Staaten und Deutschland brach die Wirtschaftsleistung um ein Viertel ein, die Industrieproduktion ging um bald die Hälfte zurück. Den Höhepunkt der Krise markierte die deutsche Bankenkrise des Sommers 1931, kombiniert mit einer Schuldenkrise, dem Auseinanderbrechen des Goldstandards und der Streichung der Reparationen.</p>
<p style="text-align:justify;">[&#8230;] In Deutschland waren krisendämpfende Wirkungen staatlicher Ausgabenprogramme aus der Inflationszeit durchaus bekannt. Allerdings sah man sich wegen der hohen Auslandsverschuldung die Hände gebunden; jede Ausgabensteigerung wurde als neuer Versuch gebrandmarkt, sich den Reparationsverpflichtungen zu entziehen. [&#8230;] Nicht viel besser sah es mit expansiver Geldpolitik aus.</p>
<p style="text-align:justify;">Die intellektuelle Revolution in der Wirtschaftstheorie seitdem bestand darin, von dieser Orthodoxie Abstand zu nehmen und für die Weltwirtschaftskrise ein neues Drehbuch zu schreiben. [&#8230;] Trotzdem ist die Krise von 1929 keine gute Vorlage für heute. Damals standen am Anfang ein Börsenkrach, fallende Rohstoffpreise, hohe Lohnkosten sowie das Ende der amerikanischen Kredite an Deutschland und damit letztlich des Goldstandards. [&#8230;] Erst am Ende der Krise standen die großen Banken- und Zahlungskrisen. Ihnen rückte man nach anfänglichen Versäumnissen entschlossen zu Leibe, in Deutschland durch Teilverstaatlichung der großen Geschäftsbanken [&#8230;].</p>
<p style="text-align:justify;">Ganz anders begann die Krise von 2007/2008 mit einem Bankenkrach und ging erst danach in eine allgemeine Konjunkturkrise über. Nur in der Finanzkrise liegen die Ähnlichkeiten mit den dreißiger Jahren. Die Politik wollte den Unterschied zwischen den Kriseneinbrüchen von 1929 und 2007 aber offenbar nicht recht wahrhaben. Die Notenbanken haben auf die Krise nach dem Lehrbuch reagiert, ignorierten hingegen die Anzeichen für eine systemische Liquiditäts- und Solvenzkrise des Bankensystems, der mit Zinssenkungen nicht beizukommen ist. Man deutete das Geschehen als einen Konjunktureinbruch à la 1929, den man mit makroökonomischen Mitteln zu bekämpfen hoffte. Ein unsanftes Erwachen gab es erst mit den drohenden Bankzusammenbrüchen [&#8230;] und der [&#8230;] Lehman-Insolvenz. Erst nach diesem einschneidenden Schock ist die seit 2007 schwelende Bankenkrise als solche behandelt worden. Genau denselben Fehler beging man vor der Bankenkrise von 1931. In beiden Fällen zögerten Politiker, Auffangstrukturen für die sich auftürmenden systemischen Risiken zu schaffen. Und in beiden Fällen haben sie zuletzt unter hohem Zeitdruck Ad-hoc-Maßnahmen ergriffen, die von der Verstaatlichung über staatlich vermittelte Stützungskredite bis hin zu Garantieerklärungen für die Einlagen reichen. Kaum etwas davon ist neu, alle diese Mittel sind ordnungspolitisch problematisch, denn sie laufen auf die Sozialisierung von Verlusten, die Privatisierung von Gewinnen und die weitere Verfestigung monopolistischer Strukturen im Banksektor hinaus. [&#8230;]</p>
<p style="text-align:justify;">Kern des gegenwärtigen Problems ist die Bereinigung der Finanzmarktkrise. Davon wird die Dauerhaftigkeit des Aufschwungs abhängen. Dagegen sind die spektakulären Experimente der Geld- und Fiskalpolitik zwar für den Experten ein interessanter Testfall (dessen Bestehen zweifelhaft ist), bekämpfen aber die falsche Krise. [&#8230;] Der [Vergleich] mit 1929 [&#8230;] ist eine teure Fehldiagnose, und eine riskante zumal.</p>
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