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	<title>BIP &#8211; DVPB</title>
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	<description>Deutsche Vereinigung für Politische Bildung</description>
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		<title>Klausur: BIP oder Glück?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2015 15:01:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld IV]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[BIP]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlstand]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema: Bruttoinlands- Produkt oder Glück? Aufgabenart: Darstellen – Analysieren – Diskutieren Aufgaben Stellen Sie das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (Ziele, Indikatoren, Beziehungen) dar. Gehen Sie dabei genauer auf ein Ziel (Messweise, Bedeutung, Probleme) ein! Analysieren Sie den Text hinsichtlich der vom Autor vertretenen Position bezüglich der wirtschaftspolitischen Ziele Wachstum und Wohlstand. Beachten Sie dabei, dass Sie  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><i>Thema: Bruttoinlands- Produkt oder Glück?</i></b></p>
<p><strong>Aufgabenar</strong>t: Darstellen – Analysieren – Diskutieren</p>
<p><b>Aufgaben</b></p>
<ol>
<li>Stellen Sie das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (Ziele, Indikatoren, Beziehungen) dar. Gehen Sie dabei genauer auf ein Ziel (Messweise, Bedeutung, Probleme) ein!</li>
<li>Analysieren Sie den Text hinsichtlich der vom Autor vertretenen Position bezüglich der wirtschaftspolitischen Ziele Wachstum und Wohlstand. Beachten Sie dabei, dass Sie die Argumentationsstruktur herausarbeiten und die Intention des Autors herausstellen.</li>
<li>„Auch im Westen zweifeln immer mehr, ob BIP-Wachstum erstrebenswert ist.“ (Z. 14f) &#8211; Diskutieren Sie, ob das BIP-Wachstum durch ein anderes wirtschaftspolitisches Ziel, z.B. gemessen am „Bruttonational-Glück“, ersetzte werden sollte!</li>
</ol>
<p><b>Materialgrundlage:</b></p>
<p>Quelle: Philip Plickert: „Das Bruttoinlandsprodukt und das Glück“; 07.04.2012 http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wachstumsdebatte-das-bruttoinlandsprodukt-und-das-glueck-11710161.html;</p>
<p>Dr. Philip Plickert (*1979) studierte Volkswirtschaftslehre in München und London. 2007 wurde er an der Universität Tübingen promoviert. Seit April 2007 ist er Mitglied der F.A.Z.-Wirtschaftsredaktion. 2009 erhielt er den Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik, 2010 den Bruckhaus-Förderpreis der Hanns Martin Schleyer-Stiftung. Plickert betreut die Seite „Der Volkswirt“ im F.A.Z.-Wirtschaftsteil.</p>
<p><strong>Text:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Wie hoch das BIP in seinem Land sei, wurde der junge König von einem westlichen Journalisten gefragt. Bruttoinlandsprodukt? König Jigme Singye Wangchuck von Bhutan schüttelte den Kopf. Es komme, sagte er, nicht auf das BIP, sondern auf das Bruttonational-Glück an. Seit einigen Jahren errechnet Bhutan einen Glücks-Index. Dazu befragt der Staat die Untertanen, ob sie zufrieden und gesund sind, ob sie genug Geld fürs Leben haben (es ist nicht viel), ob sie täglich beten und meditieren. Die Wirtschaft ist einem strikten Umweltschutz untergeordnet.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch im Westen zweifeln immer mehr, ob BIP-Wachstum erstrebenswert ist. Es gibt vielerlei Bedenken. Vor vierzig Jahren, Anfang 1972, mobilisierte der Bericht des Club of Rome über „Die Grenzen des Wachstums“ die ökologische Bewegung. Seitdem haben sich zwar die Öl-, Gas- und Metallvorkommen als viel größer herausgestellt, als der Club of Rome und sein Hauptautor, der Ökonom Dennis Meadows, annahmen. Doch ist unbestritten, dass die Ressourcen endlich sind und die Welt damit sparsam und effizient umgehen muss. Nachhaltiges Wirtschaften heißt auch, nicht durch übermäßige Kredite kurzfristig die Konjunktur anzukurbeln und kommenden Generationen Schuldenberge zu vererben.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Wachstumsskepsis speist sich auch aus einem Wertewandel. Während die Schwellenländer Wirtschaftswachstum forcieren und sich dort Hunderte Millionen gerade erst aus der Armut befreien, betonen in den reichen Staaten immer mehr Menschen nicht-materielle Werte, wie der World Value Survey zeigt. In Deutschland wird dabei der materielle Sicherheitsaspekt etwas höher gewichtet als in anderen westlichen Staaten. Gerade in den gutsituierten, abgesicherten Kreisen behaupten aber viele, es komme ihnen auf Materielles nicht an.</p>
<p style="text-align:justify;">Vor diesem Hintergrund sind die Beratungen der Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Bundestages zu sehen. Die CDU hat den Wachstumsskeptiker Meinhard Miegel als Sachverständigen berufen. Vor drei Jahren hat schon eine von Frankreichs Staatspräsident Sarkozy eingesetzte Gruppe um die Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und Amartya Sen einen Bericht über die Messung ökonomischer Leistung und sozialen Fortschritts erarbeitet. Stiglitz sprach verächtlich über „BIP-Fetischismus“. Neben dem materiellen Lebensstandard müsse man mehr die Verteilung, die Gesundheit, die Bildung und die Verwirklichungschancen berücksichtigen.</p>
<p style="text-align:justify;">Es wäre indes völlig unrealistisch, auf das BIP zu verzichten. Sicher, die Konzeption des Bruttoinlandsprodukts hat Schwächen: Es berücksichtigt nur die Produktion von Waren und Dienstleistungen, die am Markt gehandelt werden, sowie den Staat. Unentgeltlich erbrachte Leistungen &#8211; Hausarbeit, Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt &#8211; werden nicht mitgerechnet. Da Marktpreise fehlen, gäbe es große Bewertungs- und Manipulationsspielräume. Versuche, den unentgeltlichen Sektor in die Statistik zu integrieren, führen zu aufgeblähten und unsicheren Schätzungen. Problematisch ist auch die Bewertung des Sektors Staat. Ein wichtiger Einwand ist, dass beim BIP Ressourcenabbau und Umweltschäden ignoriert werden. Eine Nettorechnung, die Minderungen des (natürlichen) Kapitalstocks berücksichtigt, fiele für öl- und gasexportierende Länder ernüchternd aus.</p>
<p style="text-align:justify;">Einige Forscher haben Alternativ-Indizes zum BIP vorgelegt, die einen Vergleich der Nationen ermöglichen sollen. Der Human Development Index der Vereinten Nationen basiert auf Sens Arbeiten. Ziemlich kuriose Ergebnisse bringt der Happy Planet Index der New Economics Foundation, der den „ökologischen Fußabdruck“ stark hervorhebt. Demnach stehen Costa Rica, Mexiko und auch Kuba besser da als die Vereinigten Staaten (deren Ressourcenverbrauch zu hoch ist), nordafrikanische Staaten liegen vor Frankreich und Deutschland.</p>
<p style="text-align:justify;">Manche radikalen Wachstumskritiker würden, wenn sie könnten, ein öko-diktatorisches System für die ganze Welt einrichten, um Emissionen zu senken und das Klima &#8211; welche Hybris1 &#8211; zu steuern. Übereifrige Glücksforscher, die den Menschen in einer hedonistischen2 Tretmühle aus zu viel Arbeit und Statuskonsum sehen, plädieren als Gegenmittel für höhere Steuern und Staatsquoten. Verhaltensökonomen werben für einen „sanften Paternalismus3“, der die Menschen zu einem gesünderen, besseren Leben erzieht &#8211; Bhutan lässt grüßen, dort ist Rauchen komplett verboten, im Fernsehen geht es vor allem um Gesundheit und die Königsfamilie. Zwangsbeglückung als Zukunftsmodell?</p>
<p style="text-align:justify;">Die deutschen Wachstumskritiker können beruhigt sein. In den kommenden Jahrzehnten werden die Wachstumsraten tendenziell geringer. In den fünfziger Jahren waren es durchschnittlich über 8 Prozent, in den neunziger Jahren 1,6 Prozent. Bald werden sie unter ein Prozent sinken. Eine alternde und schrumpfende Bevölkerung schafft nur noch geringes Wachstum. Das ist unvermeidlich. Jeder muss selbst entscheiden, ob er das Glück in der Arbeit, in der Familie oder im Gebet findet. Gegen die Anmaßung staatlicher Glücksgouvernanten4 sollte sich eine freiheitliche Gesellschaft aber verwahren.</p>
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		<title>Wohlstandsindikator BIP?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/wohlstandsindikator-bip/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 12:53:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld IV]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<category><![CDATA[BIP]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema Das BIP als Indikator für Wachstum und Wohlstand? Aufgaben Stellen Sie das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (Ziele, Indikatoren, Konflikte) dar. Analysieren Sie den Text hinsichtlich der vom Autor vertretenen Position bezüglich Wachstum und Wohlstand. Beachten Sie dabei, dass Sie die Argumentationsstruktur herausarbeiten und die Intention des Autors herausstellen. Erörtern Sie inwiefern das BIP aus Ihrer  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong>Thema</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Das BIP als Indikator für Wachstum und Wohlstand?</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Aufgaben</strong></p>
<ol style="text-align:justify;">
<li>Stellen Sie das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (Ziele, Indikatoren, Konflikte) dar.</li>
<li>Analysieren Sie den Text hinsichtlich der vom Autor vertretenen Position bezüglich Wachstum und Wohlstand. Beachten Sie dabei, dass Sie die Argumentationsstruktur herausarbeiten und die Intention des Autors herausstellen.</li>
<li>Erörtern Sie inwiefern das BIP aus Ihrer Sicht als Indikator für Wachstum und Wohlstand geeignet ist und diskutieren Sie ggf. geeignete Alternativen!</li>
<li>Nehmen Sie abschließend Stellung zu der in Aufgabe zwei herausgearbeiteten Position!</li>
</ol>
<div style="text-align:justify;"><strong>Textgrundlage</strong></div>
<div>
<p style="text-align:justify;"><em>Quelle: Gerd Maas: Denkt weiter!; in: DIE ZEIT, 17.2.2011 Nr. 08;<br />
http://www.zeit.de/2011/08/Debatte-Wachstum-Wohlstand/komplettansicht; Zugriff am 24.09.2011</em></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Text</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Denkt weiter! </strong></p>
<p style="text-align:justify;"> Das richtige Maß zu finden ist eine zentrale menschliche und gesellschaftliche Überlebensfähigkeit. Hätten die Ureinwohner der Osterinsel nicht maßlos ihre Palmenhaine dem Bau von immer monumentaleren Statuen geopfert, hätten sie sich am Ende vielleicht nicht gegenseitig auffressen müssen. Mit dem Verschwinden der Landvögel, wegen erodierender Böden und mangels seetüchtiger Kanus war ihnen die Nahrung ausgegangen.</p>
<p style="text-align:justify;"> Um das richtige Maß geht es auch in der Wirtschaft. [..]. Einem klugen Unternehmer geht es dabei nicht um den kurzfristigen Profit, und ein Familienunternehmer misst seinen Erfolg an der Beständigkeit seiner Unternehmung über Generationen. Unsere Gesellschaft dagegen misst ihr gedeihliches Fortbestehen weiterhin vor allem am Bruttoinlandsprodukt [..] Die reale, sprich inflationsbereinigte Steigerung des Bruttoinlandsproduktes, danach streben alle Nationen. Das erklärte Ziel ist Wirtschaftswachstum.</p>
<p style="text-align:justify;"> Es ist der zentrale Ansatzpunkt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und um die überbordende Staatsverschuldung endlich in den Griff zu bekommen. »Wachstum zu schaffen, das ist das Ziel unserer Regierung«, meinte Angela Merkel in ihrer Antrittsrede als Bundeskanzlerin im 17. Deutschen Bundestag. [..]</p>
<p style="text-align:justify;"> Im vergangenen Herbst sah es kurzfristig so aus, als nähme die Debatte eine andere Wendung. Als gewönnen andere Kriterien an Bedeutung. Doch nun sind nur wieder die alten Stimmen zu hören, die das Wachstum feiern.</p>
<p style="text-align:justify;"> Unmittelbar leuchtet das ein, mittelbar ist es aber verzwickter. Die Wirtschaftsnobelpreisträger von 2001, Joseph Stiglitz, und von 1998, Amartya Sen, [verdeutlichen] es an einem simplen Beispiel: Ein Verkehrsstau steigert das Bruttoinlandsprodukt, weil deswegen mehr Sprit verbraucht und daher verkauft wird. Aber die im Stau Stehenden werden das kaum als Gewinn empfinden, die Auspuffabgase schädigen zudem unseren Lebensraum, und ein endlicher Rohstoff wird nutzlos verbraucht.</p>
<p style="text-align:justify;"> [..] Mehr ist nicht unbedingt besser. In der Subprime-Krise und den darauf folgenden weltweiten Eruptionen hat sich diese Volksweisheit erst wieder bestätigt. Die Kennzahlen hatten global besten Fortschritt signalisiert (5,2 Prozent Weltwirtschaftswachstum 2007) und die bevorstehende Krise nicht einmal angedeutet.</p>
<p style="text-align:justify;"> Was aber ist besser als mehr? Nun, man braucht es nur wörtlich zu nehmen: Besser ist, wenn mehr Gutes dabei herauskommt. [..] Der entscheidende Paradigmenwechsel steckt [..] in der Betrachtung von Nachhaltigkeit statt Wachstum und von Wohlergehen statt Wirtschaft. Nettovolksbefinden statt Bruttoinlandsprodukt.</p>
<p style="text-align:justify;"> Tatsächlich geht es um die Urfragen des Daseins. Warum leben wir? Was wollen wir erreichen, beziehungsweise was ist unsere Bestimmung? [..] Und trotz der offenbaren Banalität des Begriffes »Glück« liegt wohl genau dort der entscheidende Punkt. Was wollte man denn anderes als glücklich sein und diejenigen, die einem am Herzen liegen, glücklich sehen? [..]</p>
<p style="text-align:justify;"> Allein die Bedeutung von Glück lässt sich nicht einfach in Worte fassen, geschweige denn in Messwerte und Kennzahlen. Die Aufgabe ist nicht trivial. Einen zukunftsträchtigen Ersatz für das Bruttoinlandsprodukt als Leitindikator werden wir aber nur finden, wenn wir anfangen, uns gesellschaftlich und politisch damit auseinanderzusetzen.</p>
<p style="text-align:justify;"> Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vom Juli 2010 meinen 88 Prozent der Deutschen, dass wir eine neue Wirtschaftsordnung brauchen, bei der der Schutz der Umwelt, der sorgsame Umgang mit Ressourcen und der soziale Ausgleich in der Gesellschaft stärker berücksichtigt werden. 61 Prozent glauben nicht, dass sie durch Wirtschaftswachstum künftig noch mehr Lebensqualität erlangen werden. Die Menschen sind also bereit, den Weg einer Reform des Wachstums­verständnisses mitzugehen.</p>
<p style="text-align:justify;"> <em>Zum Autor: Gerd Maas ist Inhaber einer Organisationsberatung und Regionalvorstand von „Die Familienunternehmer – ASU e.V.“, einem Interessenverband der deutschen Familienunternehmer. </em></p>
</div>
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