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	<title>Inhaltsfeld I &#8211; DVPB</title>
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	<description>Deutsche Vereinigung für Politische Bildung</description>
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		<title>Klausur: Apothekenmonopol &#8211; berechtigte Einschränkung marktwirtschaftlicher Freiheit?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/klausur-apothekenmonopol-berechtigte-einschrankung-marktwirtschaftlicher-freiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 23:13:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld I]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema der Klausur: Das „Apothekenmonopol“ – berechtigte Einschränkung marktwirtschaftlicher Freiheit? Aufgabenstellung: Analysiere den vorliegenden Artikel in Bezug auf die Position des Autors und die Struktur seiner Argumentation. (19 Punkte) Arbeite insbesondere heraus, ob eine politische Grundeinstellung/Ideologie in der Argumentation des Autors erkennbar ist. (6 Punkte) Beschreibe, welche Rolle der Staat in dem Konzept der sozialen  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><b>Thema der Klausur: </b>Das „Apothekenmonopol“ – berechtigte Einschränkung marktwirtschaftlicher Freiheit?</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Aufgabenstellung:</b></p>
<ol style="text-align:justify;">
<li>Analysiere den vorliegenden Artikel in Bezug auf die Position des Autors und die Struktur seiner Argumentation. (19 Punkte)<br />
Arbeite insbesondere heraus, ob eine politische Grundeinstellung/Ideologie in der Argumentation des Autors erkennbar ist. (6 Punkte)</li>
<li>Beschreibe, welche Rolle der Staat in dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft einnimmt und verdeutliche, inwiefern sich diese Rolle vom Staatsverständnis der Modelle der freien Marktwirtschaft und der Zentralverwaltungswirtschaft unterscheidet. (15 Punkte)</li>
<li>Setze dich mit der Position des Autors zum Apothekenmonopol auseinander, indem du auch Gegenargumente zu seiner Position entwickelst und anschließend zu einer begründeten Bewertung gelangst. (10 Punkte)</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;"><strong>Textgrundlage</strong>: Heribert Prantl, Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 19.05.2009</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Text</strong>:</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Das Pillen-Signal</b></p>
<p style="text-align:justify;">Es wird in Deutschland keine Schlecker-Apotheke, keine Norma- und keine Lidl-Apotheke geben. Es bleibt dabei, dass für den Verkauf von Medikamenten ganz andere Regeln gelten als für den Verkauf von Waschmitteln, Essiggurken und Semmeln. Der Europäische Gerichtshof hält &#8211; wider Erwarten &#8211; seine Hand über das deutsche Apothekermonopol: Die Europarichter haben verhindert, dass künftig juristische Personen, also Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Apotheken betreiben können. Das sogenannte Fremdbesitz-Verbot bleibt.</p>
<p style="text-align:justify;">Betreiber einer Apotheke muss in Deutschland weiterhin ein ausgebildeter Apotheker sein, der &#8211; auch das gehört zu den überkommenen Regeln &#8211; zwar ein paar Filialen haben, aber nicht Ladenketten aufbauen darf wie ein Bäcker. Also bleibt im deutschen Apothekenwesen erst einmal alles beim Alten. Jede Apotheke hat ihren Apotheker, dem der Laden gehört und der die Verantwortung dafür trägt. Das ist gut so, denn nicht alles, was alt ist, ist auch veraltet.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Urteil ist etwas ganz Besonderes, es ist ein neues europäisches Signal: Nicht der Markt, nicht die Kapitalfreiheit, nicht die Niederlassungsfreiheit sind die höchsten Werte, denen sich in Europa alles unterzuordnen hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Europarichter akzeptieren und respektieren, dass es auch andere Werte gibt und dass diese höher zu bewerten sein können &#8211; Werte nämlich, die Tradition heißen und Vertrauen. Warum soll ein System dereguliert werden, das gut funktioniert? Die Apotheke ist, wie Rathaus und Kirche, ein Stückchen Heimat; Europa ist nicht dafür da, das den Leuten wegzunehmen. Deregulierung würde hier dazu führen, dass es zwar große Apothekenketten gibt, aber vielleicht keine Apotheke mehr um die Ecke, im Quartier der Menschen.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Europarichter sind diesmal nicht im großen Strom der Liberalisierung mitgeschwommen, sie haben nicht die Deregulierung zum obersten und unantastbaren europäischen Prinzip erklärt, wie es eigentlich auf der Linie dieses EU-Gerichts in Luxemburg liegt. Vielleicht ist dieses Urteil also endlich ein Zeichen der Besinnung darauf, dass die Europäische Union den Ländern ihre Eigenheiten lassen muss. Das wäre […] vielleicht gar ein Indiz für europäische Besserung: Deregulierung und Traditionszerstörung kann nicht oberstes Ziel europäischer Gewalt bleiben.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Apothekenmonopol geht zurück bis auf das Jahr 1241, damals erließ der Stauferkaiser Friedrich sein Edikt von Salerno. Das Grundprinzip ist ebenso altehrwürdig wie erhaltenswürdig &#8211; aber nur dann, wenn die Apotheker zeigen, dass sie sehr viel mehr können als ein Discounter, wenn also der Kunde dort nicht einfach abgefertigt wird, wenn die Beratung in der Apotheke mehr beinhaltet als das Abstempeln von Rezepten und die Ausgabe des möglichst teuersten Präparats.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Spruch aus Luxemburg allein wird die Apotheken nicht erhalten; er liefert nur die juristische Grundlage dafür. Erhalten müssen sich die Apotheken schon selber, in dem sie das Hauptdefizit des Gesundheitswesens ausgleichen: Es krankt am mangelnden &#8220;Sich-Kümmern&#8221;. Beratung, Hilfe und Reden kann so wichtig sein wie das Medikament.</p>
<p style="text-align:justify;">Schüler lernen das, wenn sie ihre ersten Textinterpretationen schreiben: Da wird ihnen oft eine Kurzgeschichte von Josef Reding über eine Apotheke vorgelegt, die &#8220;Vita Nova&#8221; heißt. Der Apotheker in diesem Stücklein verhindert auf stille Weise den Selbstmord eines Lebensmüden. Die Europarichter haben jetzt mit ihrem Urteil ein Kapitaldelikt am deutschen Apothekenwesen verhindert.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klausur: Marktversagen in der Sozialen Marktwirtschaft</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/klausur-marktversagen-in-der-sozialen-marktwirtschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 23:08:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld I]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema der Klausur: Marktversagen in der sozialen Marktwirtschaft Aufgabenstellung: a) Analysiere den vorliegenden Artikel, indem du die Position des Autors zum Problem des Fluglärms und seine Argumentationsstruktur herausarbeitest. b) Erkläre am Beispiel des Flugverkehrs, inwiefern es sich hierbei um Marktversagen durch externe Effekte handelt und verdeutliche diese Form des Marktversagens mit einem weiteren Beispiel. (26 Punkte)  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><b>Thema der Klausur: Marktversagen in der sozialen Marktwirtschaft</b></p>
<p style="text-align:justify;"><b>Aufgabenstellung:</b></p>
<ol style="text-align:justify;">
<li>a) Analysiere den vorliegenden Artikel, indem du die Position des Autors zum Problem des Fluglärms und seine Argumentationsstruktur herausarbeitest. b) Erkläre am Beispiel des Flugverkehrs, inwiefern es sich hierbei um Marktversagen durch externe Effekte handelt und verdeutliche diese Form des Marktversagens mit einem weiteren Beispiel. (26 Punkte)</li>
<li>Beschreibe, was man unter einem öffentlichen Gut versteht und stelle die Problematik öffentlicher Güter in einer Marktwirtschaft mithilfe eines Beispiels dar. (14 Punkte)</li>
<li>Setze dich begründet mit der Meinung des Autors auseinander. (10 Punkte)</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;"> <strong>Textgrundlage</strong>: <i>Jutta Rippegather in der Frankfurter Rundschau vom 18.04.2012</i></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Text</strong>:</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Höchste Zeit, die Verkehrspolitik zu korrigieren</b></p>
<p style="text-align:justify;">Schauen Sie mal in den Himmel. Ob in Frankfurt, Mainz oder der Wetterau: So gut wie immer und überall sind Kondensstreifen der Jets zu sehen. Und oft genug wird es richtig laut. Was da über unsere Köpfe hinwegdonnert, sind keineswegs immer Jets mit exotischen Zielen wie Thailand, USA oder Peru. Knapp 16 Prozent fliegen nach Berlin, Köln, Hannover.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Ziel jedes sechsten in Rhein-Main startenden und landenden Passagierflugs wäre innerhalb von maximal vier Stunden per Zug vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar, sagt die Bundesregierung. Und bestätigt, was die Gegner des Flughafenausbaus seit Jahren behaupten: Ohne Inlandsflüge hätten die Menschen in der Region wesentlich mehr Ruhe. Auch der Effekt der Zeitersparnis hält sich bei Inlandsflügen in Grenzen. Doch oft sind sie billiger als das Zugticket – obwohl der Energieverbrauch im Vergleich zur Bahn um das Vierfache höher liegt. Pervers.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Krach am Himmel ist Ergebnis einer verfehlten Verkehrspolitik. Es ist höchste Zeit, sie zu korrigieren. Fliegen ist oft zu günstig, als dass sich Verbraucher nach Alternativen umschauen. Und es macht Spaß, die Erde von oben zu betrachten.</p>
<p style="text-align:justify;">Den Menschen da unten macht es keine Freude, wenn der nächste Jet über ihr Dach brettert. Sie sind aufgebracht, verzweifelt, fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr wohl. Sie fürchten um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder. Und es ist verständlich, dass sie zurückschlagen, die einzige Plattform nutzen, die ihnen ermöglicht, ihren Ärger hinauszuschreien: die Montagsdemonstration im Terminal 1.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts1 hat nichts an der Lage geändert: Die Menschen sind wütend, fühlen sich von der Politik verschaukelt. Ruhe werden sie nicht bekommen, solange der Rhein-Main-Airport weiter boomt. Da nutzen auch die größten Bemühungen um Verlagerungen der Flugrouten nichts.</p>
<p style="text-align:justify;">In der Verkehrspolitik läuft grundsätzlich etwas verkehrt. Subventionen für die Luftfahrt gehören abgeschafft, viele deutsche Städte vom Flugplan als Ziel gestrichen. Nur weniger Starts und Landungen bringen Entlastung. Und die braucht die Region.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klausur: Öffentliche Güter</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/klausur-offentliche-guter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 23:03:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld I]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema der Klausur: Öffentliche Güter in der Marktwirtschaft  Aufgabenstellung:  Analysiere den vorliegenden Artikel, indem du die Fragestellung, mit der sich die Wissenschaftlerin Rockenbach beschäftigt hat, ihre Kernaussage und Argumentations-struktur herausarbeitest. (22 Punkte)  Beschreibe, was man unter einem öffentlichen Gut versteht und stelle die Problematik öffentlicher Güter in einer Marktwirtschaft mithilfe eines Beispiels dar (ein reales Beispiel  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><b>Thema der Klausur: </b>Öffentliche Güter in der Marktwirtschaft</p>
<p style="text-align:justify;"> <strong>Aufgabenstellung</strong>:</p>
<ol style="text-align:justify;">
<li> Analysiere den vorliegenden Artikel, indem du die Fragestellung, mit der sich die Wissenschaftlerin Rockenbach beschäftigt hat, ihre Kernaussage und Argumentations-struktur herausarbeitest. (22 Punkte)</li>
<li> Beschreibe, was man unter einem öffentlichen Gut versteht und stelle die Problematik öffentlicher Güter in einer Marktwirtschaft mithilfe eines Beispiels dar (ein reales Beispiel &#8211; kein Experiment).  (18 Punkte)</li>
<li> Beziehe begründet zu folgendem Zitat Position: „Lebewesen tun nichts, was nicht ihnen und ihren Genen zugute kommt.“ (Z. 2-3) Bringe auch Beispiele aus deinem Erfahrungsbereich mit ein. (10 Punkte)</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;"><strong>Textgrundlage</strong>: Anhäuser, Marcus: Strafe muss sein. In: Süddeutsche Zeitung vom 20.04.2006.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Text</strong>:</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Strafe muss sein</b></p>
<p style="text-align:justify;">Die Art, wie Menschen kooperieren, stellt Verhaltensforscher immer wieder vor Probleme. Gilt doch eigentlich ihr soziobiologisches Mantra [= Leitspruch]: „Lebewesen tun nichts, was nicht ihnen und ihren Genen zugute kommt.“ So lassen sich tatsächlich viele Kooperationen im Tierreich erklären, wo die Hilfe Verwandten gilt, aber beim Menschen „kommt man mit gängigen Konzepten der Soziobiologie nicht weiter“, sagt Ernst Fehr, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Zürich.<br />
[…] Um zu erklären, wie es zu kooperativem Verhalten bei Menschen kommt, haben Bettina Rockenbach, ihr Mitarbeiter Özgür Gürerk und Bernd Irlenbusch von der London School of Economics ein Computerspiel entworfen. Darin konnten die Teilnehmer einer Gemeinschaft, sämtlich Studenten, in jeder Runde neu entscheiden, wie viel von ihrem Kapital sie der Gemeinschaft zur Verfügung stellen wollten. Dieser Topf warf satte Zinsen von 60 Prozent ab, wurde dann aber auf alle Mitglieder der Gemeinschaft verteilt, egal wie viel sie beigetragen hatten.<br />
Von diesen Gemeinschaften gab es zwei Varianten, zwischen denen sich die Teilnehmer jede Runde aufs Neue entscheiden konnten: eine mit und eine ohne die Möglichkeit, Trittbrettfahrer zu bestrafen. Allerdings: „Jede Sanktion kostete den Spieler sein eigenes Geld“, sagt Rockenbach. Wer eine Geldeinheit bezahlte, konnte damit den anderen um drei Geldeinheiten ärmer machen; der Betrag verfiel dann. „Wir haben den Teilnehmern eine Alternative geboten, um zu sehen, welche Gemeinschaft sie wählen würden“, sagt Rockenbach.<br />
Die Tragödie des Gemeinguts<br />
Zunächst verhielten sich die meisten Studenten ganz wie junge Revoluzzer oder die Hippies der späten 60er-Jahre, die an das Ideal der freien Gesellschaft glaubten, in der sich das Gute von allein durchsetzt. Fast zwei Drittel wählten die sanktionsfreie Spielwelt. Das verbleibende Drittel glaubte eher an die Kraft von Belohnung und Bestrafung, um Kooperation durchzusetzen.<br />
Dann nahm die Tragödie des Gemeinguts ihren Lauf. In der „freien Welt“ setzten sich schnell die Trittbrettfahrer durch. Statt Geld für das Gemeinwohl zu spenden, schöpften sie nur ab und füllten die eigenen Taschen. In der bestrafenden Welt etablierte sich dagegen das kooperative System. Da die Spieler erfuhren, was in der jeweils anderen Gemeinschaft passierte, entvölkerte sich die „freie Welt“, bis niemand mehr dort war. „Die Welt von Belohnung und Bestrafung war der unbestrittene Sieger“, sagt Rockenbach.<br />
Die genaue Analyse offenbarte, warum sich im sanktionierenden System Kooperation etablierte. Es gab Spieler, die sich aufopferungsvoll für das Gemeinwohl einsetzten. „Wir nennen solche Personen, strong reciprocater‘“, sagt Rockenbach. Diese starken Vergelter belohnten und bestraften, auch wenn sie Verluste erlitten. „Wir nennen das altruistisches [= uneigennütziges] Bestrafen. Es gibt inzwischen Studien, die zeigen, dass es ein wichtiges Element ist, um Kooperation zu etablieren und aufrecht zu erhalten“, sagt Rockenbach.<br />
Auch Ernst Fehr ist überzeugt, dass altruistisches Bestrafen ein Schlüssel für soziale Ordnung und Kooperation ist: „Man könnte es sogar den Zement der Gesellschaft nennen.“ Die Möglichkeit, Egoisten zu bestrafen, scheint große Anziehungskraft zu haben, obwohl es aus Sicht der Gewinnmaximierung höchstens in ferner Zukunft etwas einbringt. So erlebten die Forscher um Bettina Rockenbach manch wundersame Wandlung: Studenten, die im freien System noch als Schmarotzer das Gemeinwohl ausgenutzt hatten, fingen nach dem Wechsel an, Abweichler abzustrafen. Ganz nach dem Motto: „Wenn ich schon nicht betrügen kann, dann sollen das andere auch nicht tun.“ […] Rockenbach zieht aus ihrer Studie auch allgemeine Schlüsse: „Eine Gesellschaft, die Missstände wie Schwarzarbeit oder U-Bahn fahren ohne Ticket auch als solche deklariert und sozial sanktioniert, fährt besser als eine Gesellschaft, in der Menschen weggucken.“ Es gehe dabei gar nicht um einen starken Staat oder harte Strafen. Von Freunden, Kollegen oder Nachbarn schief angesehen zu werden, reiche oft schon. […]</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der wirtschaftende Mensch &#8211; Abschied vom Homo oeconomicus?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/der-wirtschaftende-mensch-abschied-vom-homo-oeconomicus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 22:54:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld I]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
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					<description><![CDATA[Thema der Klausur: Der wirtschaftende Mensch – Abschied vom Homo oeconomicus? Aufgabenstellung:  Analysiere den vorliegenden Artikel hinsichtlich der dargelegten Modelle des homo oeconomicus und des homo reciprocans und arbeite heraus, wie diese Modelle beschrieben und bewertet werden.  (24 Punkte)  Stelle möglichst genau dar, was es bedeutet, dass der Mensch „wirtschaften“ muss. Beschreibe dabei auch das Minimal- und Maximalprinzip unter  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><b>Thema der Klausur: </b>Der wirtschaftende Mensch – Abschied vom Homo oeconomicus?</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Aufgabenstellung</strong>:</p>
<ol style="text-align:justify;">
<li> Analysiere den vorliegenden Artikel hinsichtlich der dargelegten Modelle des <i>homo oeconomicus</i> und des <i>homo reciprocans</i> und arbeite heraus, wie diese Modelle beschrieben und bewertet werden.  (24 Punkte)</li>
<li> Stelle möglichst genau dar, was es bedeutet, dass der Mensch „wirtschaften“ muss. Beschreibe dabei auch das Minimal- und Maximalprinzip unter Verwendung jeweils eines Beispiels.  (14 Punkte)</li>
<li> Beziehe begründet Position, welches Modell sich eher zur Abbildung des wirtschaftlich handelnden Menschen eignet: <i>homo oeconomicus</i> oder <i>homo reciprocans</i>?  Bringe auch Beispiele aus deinem Erfahrungsbereich mit ein. (12 Punkte)</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;"><strong>Textgrundlage</strong>: Antonia Rötger: Geben will gelernt sein. In: Bild der Wissenschaft (monatlich erscheinende  populärwissenschaftliche Zeitschrift), Dezember 2005 (gekürzt und  bearbeitet)</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Text:</b></p>
<p style="text-align:justify;"><b>Geben will gelernt sein</b></p>
<p style="text-align:justify;">IN KEINER INSTITUTSBIBLIOTHEK wird so viel geklaut wie bei den Juristen und den Wirtschaftswissenschaftlern &#8211; besagt ein akademischer Schmäh [Witz]. Solch unsoziales Verhalten würde dem Menschenbild dieser Wissenschaften entsprechen. Denn danach ist der Mensch ein Egoist und denkt meist nur an seinen Vorteil. [&#8230;]</p>
<p style="text-align:justify;">Aber diese schlauen Studenten – übrigens auch bei den Ökonomen eine Minderheit – sind nicht mehr auf dem Laufenden. Denn auch in den Wirtschaftswissenschaften hat sich das Bild vom Menschen in den letzten Jahren gewandelt: Der „Homo oeconomicus&#8221;, der nur den eigenen Gewinn maximiert und dessen Verhalten sich mathematisch berechnen lässt, ist dem „Homo reciprocans&#8221; [übersetzt etwa: der auf Gegenseitigkeit agierende Mensch] gewichen, der einen starken Hang zu Kooperation hat und zu echtem Altruismus [Selbstlosigkeit] fähig ist. „Der Homo oeconomicus hat zwei Schwachpunkte: Zum einen kann kein Mensch alle Folgen seiner Handlung abschätzen, zum anderen stimmt die psychologische Seite nicht &#8211; Menschen können alleine nur schlecht überleben, sie sind stark von der Kooperation und dem Vertrauen zu anderen abhängig&#8221;, erklärt Axel Ockenfels. Der Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaft an der Universität Köln und Leiter des Laboratoriums für Experimentelle Wirtschaftsforschung hat am Wandel des Weltbildes der Wirtschaftswissenschaften seit Beginn der Neunzigerjahre kräftig mitgearbeitet. [&#8230;]</p>
<p style="text-align:justify;">Zur gleichen Zeit erregte Ernst Fehr, Professor am Züricher Institut für Empirische Wirtschaftsforschung, mit seinen Experimenten zu Fairness und Kooperation Aufsehen &#8211; der Damm war gebrochen, die Wirtschaftstheoretiker hatten eine neue Spezies gefunden: Homo reciprocans, der bedingt kooperationsbereite Mensch, trat die Nachfolge von Homo oeconomicus an. Kernthese seitdem: Der Mensch ist kooperativ, er muss es allerdings erst lernen. Aus dem Tierreich sind die erstaunlichsten Kooperationen bekannt: Ameisen opfern sich für die Kolonie, Vogeleltern füttern ihre Brut, Herden schützen die Jungtiere, Fledermäuse teilen eine Blutmahlzeit mit nichtverwandten Artgenossen. […] Die Fledermäuse merken sich die Tiere, die sie gefüttert haben &#8211; Ausnutzen auf lange Sicht geht nicht, denn es gilt: Wie du mir, so ich dir. [&#8230;]</p>
<p style="text-align:justify;">Alle diese Mechanismen spielen auch beim Menschen eine Rolle: Für die eigenen Kinder tut man, was man kann. Man hilft Menschen, die man wieder treffen könnte. Und natürlich zeigt man sich in der Balzphase von seiner Schokoladenseite. Bei den Laborexperimenten der Wirtschaftswissenschaftler wurden all diese Faktoren eliminiert. Hier treffen Menschen in winzigen Zellen vor einem Bildschirm auf einen völlig unbekannten Partner. Es gibt keinen der üblichen Gründe, anständig und nett zu sein &#8211; schließlich wird man dem unsichtbaren Gegenüber nie wieder begegnen. Und man verdient echtes Geld dabei, das man mit nach Hause nehmen kann. Bei den meisten Spielen soll der erste Spieler von einem geschenkten Betrag einem Unbekannten etwas abgeben, der dann nach vorher festgelegten Regeln reagieren kann [Ultimatum-Spiel]. Der alte Homo oeconomicus müsste sich bei diesem Spiel rational verhalten und allein die eigene Auszahlung maximieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber die Experimente zeigen etwas anderes: den Homo reciprocans. Selbst unter diesen künstlichen Bedingungen kommt eine Kooperation zwischen unbekannten Partnern zustande. Dieses Verhalten führt zu einem höheren Gewinn für alle Beteiligten. Allerdings können Trittbrettfahrer das soziale Verhalten der Mehrheit ausnutzen &#8211; so wie die bücherklauenden Studenten. Aber da greifen ein paar offenbar eingefleischte Verhaltensweisen, konnte Ernst Fehr mit seinen Experimenten nachweisen: Wenn Spieler die Gelegenheit bekommen, Trittbrettfahrer abzustrafen, dann tun sie das gern und heftig, auch wenn sie das selbst ein paar Geldeinheiten kostet. Auf lange Sicht kooperieren selbst harte Egoisten, weil sich Schmarotzen nicht lohnt. Und das gilt rund um die Welt: Menschen sind bereit, zu kooperieren, solange sie sich nicht ausgenutzt fühlen. […] Intelligente Organisationsregeln, die „das Gute&#8221; im Menschen fördern und die Egoisten zwingen, sich „nett&#8221; zu verhalten, lassen sich aus den Ergebnissen durchaus ableiten &#8211; wie etwa bei den Geben-und-Wiedergeben-Spielen. Zumindest kann sich der klauende BWL-Student nicht mehr darauf berufen, dass er sich nur wie das Standardmodell des handelnden Menschen verhält.</p>
<p style="text-align:justify;">
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Folgerungen aus dem Homo oeconomicus – ein Modell ohne Folgen?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/folgerungen-aus-dem-homo-oeconomicus-ein-modell-ohne-folgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 20:53:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld I]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://dvpbmitglieder.wordpress.com/?p=3834</guid>

					<description><![CDATA[Thema: Folgerungen aus dem Homo oeconomicus – ein Modell ohne Folgen? Aufgabenart: Darstellung - Analyse - Stellungnahme Aufgabenstellung: I. Stellen Sie strukturiert das Modell des Homo oeconomicus dar. (Grundidee, Darstellung der Handlungsentscheidungen, Kritik am Modell) II. Analysieren Sie den vorliegenden Text von Hanno Beck bezüglich seiner Auffassung und Wert vom Modell des Homo oeconomicus. Denken Sie dabei an eine  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Thema</strong>:</p>
<p style="text-align: justify;">Folgerungen aus dem Homo oeconomicus – ein Modell ohne Folgen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aufgabenart:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Darstellung &#8211; Analyse &#8211; Stellungnahme</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aufgabenstellung:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">I. Stellen Sie strukturiert das Modell des <em>Homo oeconomicus </em>dar. (Grundidee, Darstellung der Handlungsentscheidungen, Kritik am Modell)</p>
<p style="text-align: justify;">II. Analysieren Sie den vorliegenden Text von Hanno Beck bezüglich seiner Auffassung und Wert vom Modell des Homo oeconomicus. <em>Denken Sie dabei an eine vollständige Einleitung, eine ausführliche Darstellung der Argumentation </em><em>und Ihre Einschätzung der Position und der Intention des Autoren.</em></p>
<p style="text-align: justify;">III. Nehmen Sie Stellung zur Forderung des Autoren: „Der Staat setzt den Rahmen, der für Fairness, sozialen Ausgleich und Effizienz sorgt, und lässt seinen Bürgern innerhalb dieses Rahmens größtmögliche Freiheit &#8211; auch die Freiheit, sich unvernünftig zu verhalten.“ (Z.40)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Textgrundlage:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Beck, Hanno: Angriff auf den homo oeconomicus. Aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2009. (gekürzt)</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Hanno Beck ist Journalist im Ressort Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Text:</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em><br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Angriff auf den homo oeconomicus</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wer an der Idee vom Menschen als vernunftbegabtes Wesen zweifelt, muss derzeit nicht lange suchen: Manager, die Bankenimperien in den Ruin treiben, Finanzmärkte, die außer Rand und Band geraten sind, und Anleger, die Papiere gekauft haben, für deren Verständnis man ein Mathematik-Diplom benötigt &#8211; das soll also der Mensch, das intelligente, voll rationale Wesen sein?</p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Befund könnte geeignet sein, die Ökonomie in ihren Grundfesten zu erschüttern: Dem &#8220;Homo oeconomicus&#8221;, dem kühlen, berechnenden und nutzenmaximierenden Hauptdarsteller der ökonomischen Modellwelt, wäre so etwas nie passiert. Die Idee des rational agierenden Menschen ist die zentrale Annahme der klassischen Ökonomie &#8211; ohne den Homo oeconomicus, der Kritiker an den kalten, rein logisch entscheidenden Mr. Spock aus der Science-Fiction-Serie &#8220;Raumschiff Enterprise&#8221; erinnert, ist die ökonomische Theorie kaum vorstellbar.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch wenn dieses Menschenbild vom berechnenden Nutzenmaximierer enorme Fortschritte bei der Ausarbeitung ökonomischer Theorien und Modelle ermöglicht hat, liegt die Kritik auf der Hand: Menschen sind nicht perfekte Rechenmaschinen oder egoistische Kaltblütler ohne Emotionen. Die wenigsten von uns verschieben Kurven oder jonglieren mit Formeln, bevor sie eine Entscheidung treffen. Diese Kritik am Homo oeconomicus hat sich mittlerweile in einer eigenen Disziplin gesammelt, der sogenannten Verhaltensökonomik (&#8220;behavioral economics&#8221;): Hier versucht man mit Hilfe der Psychologie aus dem kalten Mr. Spock ein realitätsnahes Wesen aus Fleisch und Blut zu machen. (…)</p>
<p style="text-align: justify;">Menschen, so die Vertreter dieser Disziplin, unterliegen im Gegensatz vielen kognitiven Beschränkungen: Sie machen permanent Fehler bei der Informationsaufnahme und -verarbeitung, sie sind willensschwach und emotional, und sie sind bei weitem nicht so egoistisch, wie es uns die Ökonomen glauben machen wollen.  (…)</p>
<p style="text-align: justify;">Treffen wir beispielsweise zufällig einen Unbekannten und müssen seinen Beruf erraten, so gehen wir pragmatisch vor: Statt auszurechnen, wie hoch die statistische Wahrscheinlichkeit ist, dass unser Gegenüber ein Bibliothekar oder ein Verkäufer ist, schauen wir ihn uns einfach an: Sieht er aus wie ein Bibliothekar, so vermuten wir, dass er auch einer ist. Dabei blenden wir die Tatsache aus, dass es mehr Verkäufer als Bibliothekare gibt und es damit wahrscheinlicher ist, dass wir einen Verkäufer getroffen haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Ist das ein Fehler? (…) Menschen nehmen bei der Entscheidungsfindung oft geistige Abkürzungen und Daumenregeln und begehen dabei systematische Fehler. (…) &#8211; was Folgen für die Wirtschaftspolitik hat. (…)</p>
<p style="text-align: justify;">Doch ganz so unproblematisch ist die schöne neue Welt des vermenschlichten Homo oeconomicus auch nicht, die Kritiker sind zahlreich. Zum einen werfen sie den Psychologen vor, dass viele der von ihnen behaupteten Anomalien nur Ergebnis von Laborexperimenten sind &#8211; ändert man die Experimente, so verschwinden sie. Zudem zeigen gerade die Heuristiken, dass Menschen extrem gute Ökonomen sind: Statt bei kleinen Problemen stundenlang durchzurechnen und abzuwägen, fällen sie ohne großen Aufwand eine schnelle Entscheidung &#8211; das ist effizient und damit ökonomisch. Dass man bei solchen Entscheidungen auch mal danebenliegen kann, ist der Preis der Effizienz</p>
<p style="text-align: justify;">(…) Kein Wunder: Je &#8220;menschlicher&#8221; man den Homo oeconomicus macht, umso unberechenbarer wird er, und umso schwieriger wird es, eine adäquate Politik zu betreiben. Vielleicht sollte man sich angesichts dieser Unübersichtlichkeit auf alte wirtschaftspolitische Tugenden besinnen: Der Staat setzt den Rahmen, der für Fairness, sozialen Ausgleich und Effizienz sorgt, und lässt seinen Bürgern innerhalb dieses Rahmens größtmögliche Freiheit &#8211; auch die Freiheit, sich unvernünftig zu verhalten.</p>
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		<title>Ist Benzin zu billig?</title>
		<link>https://dvpb-nw.de/ist-benzin-zu-billig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[dvpb]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 20:41:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inhaltsfeld I]]></category>
		<category><![CDATA[Klausuren]]></category>
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					<description><![CDATA[Probeklausur  Thema „Ist Benzin zu billig? – externe Kosten“ Aufgabenart Analyse - Darstellung - Diskussion Aufgabenstellung Analysieren Sie den vorliegenden Text unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (Wirtschaftskreislauf)! [40%] Stellen Sie den erweiterten Wirtschaftskreislauf (HH, St, U) mit den jeweiligen Zu- und Abflüssen strukturiert dar. [30%] Diskutieren Sie: Ist im Benzinmarkt eine stärkere fiskalische Reglementierung (z.B.  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong>Probeklausur </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Thema</strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Ist Benzin zu billig? – externe Kosten“</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Aufgabenart</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Analyse &#8211; Darstellung &#8211; Diskussion</p>
<p style="text-align:justify;"><em><br />
</em><strong>Aufgabenstellung</strong></p>
<ol style="text-align:justify;">
<li>Analysieren Sie den vorliegenden Text unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (Wirtschaftskreislauf)! [40%]</li>
<li>Stellen Sie den erweiterten Wirtschaftskreislauf (HH, St, U) mit den jeweiligen Zu- und Abflüssen strukturiert dar. [30%]</li>
<li>Diskutieren Sie: Ist im Benzinmarkt eine stärkere fiskalische Reglementierung (z.B. durch Steuern oder anderer Abgaben, die der Staat erhebt) sinnvoll? [20%]</li>
</ol>
<p style="text-align:justify;"><strong>Trotz Ökosteuer: Benzin ist zu billig</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><em>von Frank Drieschner</em></p>
<p style="text-align:justify;">Die Vorteile des Autos, schrieb ADAC-Präsident Otto Flimm vor einigen Jahre, würden „individuell empfunden“, während „die Nachteile mehr genereller Natur sind, das heißt die Allgemeinheit betreffen.“ Diese Einsicht muss in Erinnerung gerufen werden, da sich neuer Streit um die Ökosteuer anbahnt – bloß weil Autofahrer beim Tanken dieser Tage einen Nachteil ihre Fortbewegungsweise ganz individuell empfinden. Seltsam, wie wenig Autofahrer von den Kosten des Autofahrens wissen. Dabei gibt es eine Vielzahl sorgfältiger Untersuchungen – keine Milchmädchenrechnungen, sondern deutsche Ingenieursarbeit. Im Detail mag die eine oder andere Berechnung angreifbar sein, aber am Ergebnis lässt sich nicht rütteln: Autofahrer bürden der Allgemeinheit schwere Lasten auf. Wollte man nur die Kosten von Verkehrsunfällen – für die Versorgung der Unfallopfer, Produktionsausfälle, den Verlust an Menschenleben, Gerichtsverfahren – sowie die Kosten von Lärm, Luftverschmutzung und Klimaveränderung auf den Benzinpreis umlegen, so müsste er nach einer Untersuchung über zwei Euro je Liter betragen. Auf 180 Euro pro Jahr und Einwohner schätzt eine andere Studie diese so genannten externen Kosten des Straßenverkehrs. Wenn Benzin und Diesel zu billig sind, hat das den Effekt einer umgekehrten Luxussteuer: Alle zahlen ein, wer sein Geld zurück will, muss Auto fahren – je mehr, je schnelle, desto besser. So gesehen ist das nur konsequent, dass Mittelklasseautos heute mit Motorleistungen aufwarten, wie sie noch vor zwanzig Jahren Sportwagen vorbehalten waren, dass Familien ihr Glück in der sekundenschnellen Beschleunigung von null auf hundert suchen. All die seltsamen Obsessionen der Autoliebhaber könnte man getrost als ihre Privatsache behandeln – wenn für sie nur gelten würde, was für Briefmarkensammler, Feinschmecker und Golfspieler selbstverständlich ist, dass sie die Kosten ihrer Vorlieben selbst tragen.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>(aus: Die Zeit vom 5. April 2000)</em></p>
<div style="text-align:justify;"><em><br />
</em></div>
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			</item>
	</channel>
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