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Aktuelles
DGB
NRW fordert Erhalt des Faches Politik an Gymnasien
Schneider:
Politische Grundbildung gefährdet
Der DGB
Bezirksvorsitzende Guntram Schneider hat heute die Landesregierung
aufgefordert, Kürzungen des Faches Politik in der Sekundarstufe
I des Gymnasiums zurück zu nehmen. Gerade angesichts
rechtextremistischer Tendenzen brauchen wir nicht weniger,
sondern mehr politische Bildung", so der Gewerkschafter.
Dies gelte auch für die nordrhein-westfälischen
Gymnasien. Schließlich seien die Schülerinnen und
Schüler dieser Schulform nicht automatisch resistent
gegen antidemokratische Bestrebungen. Die beabsichtigte Änderung
der Ausbildungs- und Prüfungsordnung sieht vor, dass
die bisher geltende Mindeststundenzahl für das Schulfach
abgeschafft wird. Damit können Schulleitungen an Gymnasien
das Fach nach ihrem Belieben auf eine einzige Stunde in einem
einzigen Schuljahr zusammenstreichen. Gegenüber dem Status
quo bedeutet dies eine potentielle Kürzung des Faches
Politik um bis zu 83 %. Der DGB Bezirksvorsitzende forderte
die Landesregierung nachdrücklich auf, die bisherige
Regelung von mindestens sechs Stunden Politik in den Klassen
5 bis 9 sowie die Pflicht, alle drei gesellschaftswissenschaftlichen
Fächer in der Klasse 9 anzubieten, beizubehalten.
Gemessen am Stellenwert der Naturwissenschaften in der Stundentafel
wird die Diskrepanz zum Fach Politik deutlich. Hier werden
die Mindeststundenzahlen von je sechs Stunden für Chemie,
Biologie und Physik verbindlich festgeschrieben. Der Verordnungsentwurf
schreibt den Schulen sogar vor, wann sie mit dem Chemieunterricht
zu beginnen haben. Gegen eine Förderung der naturwissenschaftlichen
Bildung haben wir nichts. Gerade angesichts des fehlenden
Nachwuchses bei Ingenieuren, Technikern und Naturwissenschaftlern
bedarf es einer Förderung von Kindern und Jugendlichen
in diesem Bereich. Dies darf aber nicht einseitig zu Lasten
des Faches Politik gehen. Wir dürfen in der Schule die
Wissensvermittlung nicht auf Bereiche beschränken, die
den Bildungsanspruch der Jugendlichen auf eine spätere
Arbeitsmarktverwertbarkeit reduzieren.
Quelle:
12.10.2006
Sozialwissenschaften
ins 4. Glied?
DVPB im Gespräch mit dem Ministerium
Was bringt
die neue Schulordnung? Was bedeutet die Neustrukturierung
der gymnasialen Oberstufe für das Fach Sozialwissenschaften?
Wie sieht es um die Zukunft dieses Faches und damit der politischen
Bildung in NRW aus?
2005 hat die DVPB/NRW in mehreren Schreiben an das Ministerium
für Schule und Weiterbildung auf die Widersprüche
und Probleme des Zentralabiturs hingewiesen. Als sich die
in Folge des neuen Schulgesetzes die Konturen der Restrukturierung
der gymnasialen Oberstufe abzeichneten, hat sich die DVPB/NRW
in mehreren informellen Gesprächen um Informationen bemüht
und deutlich die Folgen und Gefahren aufgezeigt, die mit einer
Schwächung der Stellung des Faches Sozialwissenschaften
- und damit auch der Abwertung der politischen Bildung - verbunden
sind. Nachdem ein offizielles Treffen mit Vertretern des Ministeriums
im März d.J. verschoben wurde, fand am 7. April d. J.
ein Gespräch im Ministerium statt.
Von Seiten
des Ministeriums war Frau M. Schreven vertreten, von Seiten
der DVPB/NRW Herr Stephan Thomas, Herr Hedtke und Herr Krüger.
Frau Schreven informierte sachlich und umfassend über
die im Hause angedachten, aber noch nicht endgültig festgelegten
Neuerungen. Dabei wurde klar, dass die neue gymnasiale Oberstufe
sich am "Modell Baden-Württemberg" orientieren
wird. Etwas verkürzt dargestellt heißt das:
- keine
Aufteilung mehr in Grund- und Leistungskursein
- in
4 Halbjahren (2-jährige Oberstufe) sind im Umfang von
4 Wochenstunden 3 Kernfächer, ein Profil- und ein Neigungsfach
zu belegen
- Sozialwissenschaften
gehören weder zu den Kern- noch zu den Profilfächern.
(Zur genaueren Information über das "Modell Baden-Württemberg"
sei ein Blick in http://www.km-bw.de - des Kultusministeriums
Baden-Württemberg empfohlen.)
Frau Schreven
wies darauf hin, dass bei einer Pflichtbelegung von 34 Wochenstunden,
ein Deputat für Wahlen vielfältiger Art übrig
bliebe. Da alle Aufgabenfelder im Abitur zu berücksichtigen
sind, behält der gesellschaftswissenschaftliche Bereich
seine Bedeutung. Darüber hinaus sei daran gedacht, dass
in die Gesamtqualifikation für das Abitur auch Leistungen
aus Projektarbeiten - hier werde an die Einrichtung sogenannter
"Seminarkurse" gedacht - die Facharbeit und die
"besonderen Lernleistung" eingebracht werden können.
In diesem Zusammenhang käme den Gesellschaftswissenschaften
weiterhin eine große Bedeutung in der zukünftigen
gymnasialen Oberstufe zu.
Inwieweit die Pflichtbelegung für Sozialwissenschaften
und Geschichte auch in Zukunft beibehalten werde, konnte Frau
Schreven mit dem Hinweis auf den vorläufigen Diskussions-
und Arbeitsstand im Hause, nicht beantworten.
Aus Sicht
der DVPB hat die Restrukturierung der gymnasialen Oberstufe
nach Baden-Württembergischen Muster fatale Folgen, u.a.:
- Sozialwissenschaften
kann nur noch als Neigungsfach gewählt werden!
- Das
gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld ist weder bei
den Kern- noch bei den Profilfächern berücksichtigt
worden. Da die KMK-Vereinbarungen eine Pflichtbelegung für
Geschichte vorsehen, kann davon ausgegangen werden, dass
diese Pflichtbelegung vor allem durch die Wahl als Neigungsfach
abgedeckt werden wird. Das heißt, dass
- in
der Regel Sozialwissenschaften nur noch als "sonstiges
Fach" (zweistündig) angeboten werden wird.
Damit
rücken die Sozialwissenschaften ins 4. Glied. Die fundamentale
Bedeutung des Faches für die politische Bildung und damit
für die Erziehung in einem demokratischen Gemeinwesen
und für den Aufbau partizipatorischer Kompetenzen wird
ignoriert oder ad acta gelegt. Dass damit auch die in den
letzten Jahren so forcierte ökonomische Bildung unter
die Räder gerät, sei hier nur am Rande erwähnt.
Ulrich
Krüger
Bildung
in Deutschland
Erstmalig
stellt "Bildung in Deutschland" Stand und Entwicklung
des
deutschen Bildungswesens im Gesamtzusammenhang dar ? von der
frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bis hin
zum Lernen im Erwachsenenalter. Der Bericht ist eine problemorientierte
Analyse auf der Grundlage von Indikatoren. Diese basieren
auf fortschreibbaren Datensätzen, die soweitmöglich
länderspezifische und internationale Vergleiche zulassen.
Der Band steht am Anfang einer auf Dauer angelegten Berichterstattung,
die in zweijährigem Abstand Informationen zu den verschiedenen
Bereichen des Bildungswesens liefern soll. Die Befunde werden
in Form von Abbildungen und Tabellen mit erläuternden
Texten präsentiert. Einen besonderen Akzent setzt der
erste Bericht mit dem Schwerpunktthema "Migration",
das die Bedeutung
der Zuwanderung für das Bildungswesen in den Mittelpunkt
rückt.
Der Bericht
wurde von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium
für Bildung und Forschung gemeinsam in Auftrag gegeben
und von einem Konsortium unter Federführung des Deutschen
Instituts für Internationale Pädagogische Forschung
erarbeitet.
Sie finden
den Bericht unter:
>
zum Bericht (.pdf - 5,6 Mb)
Erster
Landesjugendwettbewerb "Demokratie leben"
Zum
landesweiten Jugendwettbewerb in NRW Demokratie leben"
rufen erstmalig Jugendminister Armin Laschet und die Landeszentrale
für politische Bildung NRW in Kooperation mit der DVPB-NW
und dem Landesjugendring auf. Schülerinnen und Schüler
sollen Ideen und Konzepte zum Thema Demokratie in ihrer Lebenswelt
entwickeln. Mit dem Wettbewerb wollen wir das Interesse
junger Leute an demokratischer Beteiligung in ihrem Alltag
wecken, Selbstständigkeit fördern und Eigenverantwortung
stärken", so Minister Laschet. Demokratie
muss von klein auf erlebt werden und für Kinder und Jugendliche
erfahrbar sein. Nur so können sie erkennen, dass Demokratie
nicht nur eine Staatsform, sondern eine Lebensform ist.
Teilnehmen
können Schulklassen, Kurse oder Arbeitsgruppen (Teams
ab drei Personen) und Projektgruppen der Sekundarstufen I
und II der allgemein bildenden Schulen, der Sonderschulen,
der Berufskollegs und Jugendgruppen in der außerschulischen
Jugendarbeit aus Nordrhein-Westfalen.
Gesucht
werden Gestaltungsvorschläge und erlebbare Projekte zu
Demokratie im Alltag von Jugendlichen. Es können Reportagen,
Erlebnisberichte, Dokumentationen, Interviews, Rollenspiele
oder Theaterstücke, Gedichte, Kurzgeschichten, Homepages
oder Bildschirmschoner, Musikstücke, Film-/ Video- oder
CD-Produktionen, aber auch Wandzeitungen, Zeichnungen und
Comics, Collagen, Skulpturen und Plakate eingereicht werden.
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